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Musikalische Briefe von Moriz Hauptmann. II.
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ohne seine organisch bestimmten festen Theile verändern oder versetzen zu kön­nen; der Mensch, der Künstler wolle es nicht anders, nicht besser machen wollen als göttlich-natürlich!

M. H.

Leipzig, 13. Oetober 1867. Lieber verehrter Herr Louis Köhler! Wenn auch nur kurz, so muß ich Ihnen doch ein Wort des Dankes sagen für Ihre liebe Erinnerung meines Dienstjubiläumstages am 12. Sept. dieses Jahres. Es jedem einzeln zu sagen, wie ich wohl möchte, ist mir nicht möglich; Karten schicken ist mir zu mechanisch. Es bleibt allenfalls zu decimiren, wie wenn bei einer gewonnenen Schlacht jeder zehnte Mann decorirt wird, oder bei einer verlorenen jeder zehnte erschossen; das ist mir zu unpersönlich, da ist's doch humaner, man sucht sich die Betreffenden hervor, was, wenn sie so in erster Linie stehen, nicht so schwer ist, und holt sie scharfschützenhaft heraus. Es waren der Ehrenbezeigungen weit über Verdienst viel. Nicht weniger der gütigen Freundeszeichen. Gott lohn's Allen! Ich nehme etwas herüber für den heutigen Geburtstag, der der 7Sste ist. Manche sind frischer zu diesem Tage, Manche haben ihn nicht erlebt, so gleicht sichs im Ganzen aus. Als Generation wird gar nur dreißig gerechnet. Nun, wenn einer in den Dreißig den Don Juan gemacht oder die Sistina. so kann er auch damit zufrieden sein; es kommt auf die großen Zahlen nicht an! Und zur Befriedigung genug gethan zu haben, kommt er doch nicht und wenn er wie Methusalem würde. Es bleibt doch immer nur ein Anfang.

M. Hauptmann.

Aus Deutsch-Gejlreich.

Die Besprechung der östreichischen Verfassungswirren in denGrenz­boten" scheint hier und da Befremden erregt, den Schreiber dieser Artikel in denMeruch eines vom Deutschthum Abgefallenen gebracht zu haben. Das bestätigt freilich nur aufs neue, daß es außerordentlich schwierig ist, hiesige Verhältnisse Jemand klar zu machen, der diesen Verhältnissen nicht in irgend einer Weise etwas näher gerückt ist. Wissen doch viele Landeskinder sich in diesem Gewirre staatsrechtlicher und nationaler Beziehungen nicht zurecht­zufinden und entbehren noch mehrere die Fähigkeit, die Dinge unter einem anderen als dem beschränktesten Gesichtspunkt der Partei zu betrachten. Recht ge­bildete Oestreicher stellen sich z. B. unter der Sächsischen Nationsuniversität, d. i. der Vertretung der Deutschen in Siebenbürgen, eine Hochschule vor und haben keinen deutlicheren Begriff von dem Wesen der Hauscommunionen in der Milttärgrenze; ein östreichischer Minister, Fürst Felix Schwarzenberg äußerte unmuthige Ueberraschung, als man ihm sagte, daßdie Evangelischen" in Ungarn sich noch in zwei Confessionen sondern; dergleichen Züge ließen sich noch manche anführen, die den Ausländer trösten können, wenn es ihm zu schwer fällt, einen klaren Einblick in die inneren Angelegenheiten

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