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Augustin und sein neuester Biograph : der heilige Augustinus, vorgestellt von C. Bindemann, 1844-1869.
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liches Leben und Wirken (3. 148) hervorzuheben. Ueberhaupt stehen die ge- schichtlichen Partien des Werkes sehr im Vortheil. Der Verfasser bringt zu diesem Theil seiner Arbeit Geschmack und allgemeine Bildung mit. Er weiß ansprechend zu erzählen, berichtet gewissenhaft, übt die nöthige Kritik bei zwei­felhaften und ein tüchtiges Schiedsrichteramt bei sich widersprechenden Re­lationen, gibt sich Mühe um Eruirung der geschichtlichen Details (zumal der hie und da streitigen chronologischen Folge der Begebenheiten im Privatleben Augustin's) und vergißt nicht, seiner Erzählung durch Beleuchtung der all­gemeinen Zustände in Staat und Kirche den. nöthigen Hintergrund zu geben. Es fehlt ihm auch nicht an physiologischem Feinblick, Bonhommie und Bil­ligkeit im Urtheil. Nicht ungeschickt wird (1, 93 f.) der Versuch Augustin's, im manichäischen Dualismus sein reines Gottesbewußtsein wieder zu erringen, mit der Begierde Luthers verglichen, sich im Kloster von dem Todesschrecken, der ihm seine Sünde der Heiligkeit Gottes gegenüber vorhielt, zu erholen. Dem Manichäismus selber wird (1,77 f.) ein tiefer Zug nach dem Frieden, der nicht von dieser Welt ist, und eine innige Sympathie mit'S der Natur nachgerühmt. Treffend wird über Monika bemerkt:Man stellt sich eine solche Frau gern als eine verschlossene Blume vor, die erst bei der Berührung des himmlischen Lichts still ihren Kelch öffnet. Bei der Monica bestätigt sich diese Voraussetzung nicht. Sie hatte einen heiter lebendigen und weiblich kräftigen Sinn, welcher das Treiben der Außen­welt wohl zu beachten pflegt und ihre Freude zu kosten nicht unempfänglich ist, auch in dieser Hinsicht geistig die Mutter Augustin's." Mit Fug und Recht ist auf den Natursinn und auf die dichterische Begabung des Kirchenvaters hingewiesen. Wäre diesen beiden Eigenschaften weitere Aufmerksamkeit ge­schenkt worden, welche Bereicherung würde das Lebensbild des merkwürdigen Mannes dadurch erfahren haben! F.

Wie bayrische AdreMebatte.

München, Anfang Februar.

Wir sehen hier seit Wochen einem politischen Schauspiele zu, dessen Ent­wicklung von Scene zu Scene an Spannung und Interesse gewinnt, wie ein ächtes Drama. Die Adreßdebatte ist im Zuge, und während ,in der Kam­mer der Reichsrüthe ein Vormittag genügte, um die Wünsche seiner Mitglie­der für Entlassung des Ministeriums und Aenderung der inneren Politik zu formuliren, sprechen die Abgeordneten sich und das Land seit 8 Tagen in immer größere Aufregung hinein. Das ist nicht zu verwundern, sintemal man in der Generaldebatte nach dem ausdrücklichen Zugeständnisse des Prä­sidenten Alles sagen darf, was man auf dem Herzen hat, mag es nun zur Adresse passen oder nicht.

Die Neuheit der Kammer, die unglaublichen Anstrengungen der Par­teien, welche ihrem Zusammentritt vorausgegangen waren, die Gefahr einer ra- dicalen Aenderung der inneren und äußeren Politik Bayerns und die mög­lichen Folgen in Bezug auf Deutschland und Europa. Alles trug dazu bei, dieser Debatte eine ungewöhnliche Bedeutung zu geben, und die Erwartun­gen auf das Höchste zu spannen. Die Reichsräthe machten am vergangenen Freitag den Anfang, und wer an jenem Tage den schönen Sitzungssaal die­ser Kammer betreten hat. konnte schon aus der seit Jahren nicht mehr erreich­ten Vollzähligkeit der Herren und der Anwesenheit sämmtlicher Prinzen da-