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Die französischen Ausgrabungen auf dem Palatin in Rom.
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sie doch nur für schwach begründet halten, wenigstens so lange noch nicht die angrenzenden Theile des Tiberischen Palastes offen gelegt sind.

Möge dies in nicht zu ferner Zeit geschehen und von glücklichen Funden begleitet sein. Inzwischen kann der oft genannte Herr stolz darauf sein, daß durch seinen neuesten Erfolg die Lücke, welche der Mangel an bedeutenden antiken Wandgemälden im Denkmälerschatze Roms bisher gelassen hatte, in so glänzender Weise ausgefüllt ist.

Rom, im Januar 1870. v

Die Reform des höheren Unterrichts in Frankreich.*)

II.

Wir schlössen kürzlich unseren Bericht über die Doole äes dautes 6wäss mit der Behauptung, daß es durch diese neue Anstalt erst wieder möglich geworden sei, in Frankreich Philologie zu studiren. Es ist nämlich völlig wahr: seit langer Zeit gab es hier zu Lande kein philologisches, ja auch kein historisches Studium. Damit soll nun nicht gesagt sein, es habe auch keine Philologen und keine Historiker gegeben. Einzelne Männer wie Boissonade, Letronne, Raoul Rochette, um nur unter den Todten einige allbekannte Namen anzuführen, behaupten eine hervorragende Stellung in der Alter­thumswissenschaft, und die letzten Generationen könnten eine ansehnliche Reihe von Geschichtschreibern aufweisen. Was aber immer noch in Frankreich un­bekannt ist, das ist die sichere Tradition der Schule, die vom Lehrer auf den Schüler übergeht, die dieser wieder seinen Nachfolgern hinterläßt. Die sich fortwährend vererbende Methode öffnet nicht nur den Weg. den die fol­genden Geschlechter von Arbeitern weiter bahnen und erweitern sollen; indem sie ein festes Band knüpft um alle, welche je nach ihren Kräften, wissen­schaftliche Forschung als ihr Lebensziel erwählt, erzeugt sie unter ihnen eine Solidarität, welche auf allen Gebieten die tiefgehendste Wirkung übt. Das wissenschaftliche Gewissen, diese eigentlich einzig wahre Religion des Gelehrten, wurzelt großentheils in diesem Bewußtsein.

In Frankreich aber steht der junge Mann, der sich den philologischen, archaeologischen oder historischen Studieu widmen will, völlig vereinsamt in

*) Siehe Grenzboten v. 31. December 1869.