Beitrag 
Italien und Oestreich.
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

138

Die hier gegebenen, freilich sehr unvollständigen Notizen mögen gleich­zeitig den optimistischen Erwartungen entgegenwirken, die sich eben jetzt wie­der an ein dem oben erwähnten analoges Ereigniß, den Besuch des preußischen Kronprinzen in Wien, in anderer Richtung geknüpft haben. Solche Fürstenvisiten werden thatsächlichen Interessen oder dominiren- den Richtungen gegenüber immer unwirksam bleiben; und schon jetzt dürfen wir, auf die Gefahr hin, von den bereits durch die Blätter angekündigten neue­sten Circulardepeschen des Grafen Beust dementirt zu werden, die Voraussicht aussprechen, daß durch die Initiative des fürstlichen Gastes wol zwischen den beiden Höfen herzlichere Beziehungen wiederhergestellt sind, die Verhältnisse der Länder aber und die Ziele der leitenden Politik in beiden wenig oder keine Veränderung erfahren haben werden.

Literatur.

Der klimatische Curort Algier. Schilderungen nach dreijähriger Beobachtung in Stadt und Provinz, zugleich ein Rathgeber für Reise und Aufenthalt, von Otto Schneider. Dresden 1869.

Eine Ferienreise nach Spanien und Portugal. Von W. Wattenbach. Berlin 1869.

Brennerbuch.. Naturansichten und Lebensbilder aus Tirol, insbesondere aus der Umgebung der Brcnnerbahn. Von Heinrich No«. München 1869.

„Nach Süden" wendet sich der Zug der Touristen und Leidenden, richtet sich die Sehnsucht der Zurückbleibenden. Dieser Richtung der Reisen und Neigungen unsrer Landsleute verdanken die genannten drei Bücher ihre Entstehung.

Das Buch über Algier ist zunächst für Diejenigen geschrieben, welche aus Gesundheitsrücksichten den milden Winter der südlichen Mittelmeerküste aufsuchen, denn sein Hauptinhalt gilt dem klimatischen Curort. Es enthält, wie es scheint. Alles, was dem Wintercurgast zu wissen wünschenswert), nützlich und nothwendig ist. Da Algier in seinen Temperatur-Verhältnissen andern südlichen Wintercurorten zum Mindesten nicht nachsteht, sie aber durch seine schnellen und häufigen Ver­bindungen mit Europa sowie durch seine komfortablen Einrichtungen wesentlich übertrifft, erfreut es sich neuerdings einer steigenden Berücksichtigung von Seiten der Kranken und Aerzte, und es war daher sehr an der Zeit, daß ein so um-, fassender, auf genaue Lokalkenntniß und gute Beobachtungsgabe gestützter Führer und Nathgeber für den Aufenthalt daselbst erschien, wie es der vorliegende in der That ist. Rechten wir i>arum mit dem Verfasser nicht, wenn er bei der Wieder­gabe der meteorologischen Beobachtungen sich in diesen Dingen etwas ungeübt zeigt und z. B. Plus- und Minusgrade ohne Vorzeichen durcheinander wirft (Temp.-Tab. bei S. 274), oder auf Seite 277 die Regenhohe in so räthselhafter Bezeichnung