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Ein Zeitgenosse Julius Cäsars.
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und die Verurtheilung des Scipio erwirkt hätte, aber Pompejus nahm mit solcher Entschiedenheit für seinen Schwiegervater Partei, daß das Richter- collegium sich plötzlich in eine Supplicantencommission verwandelte und Mem- mius von seiner Klage abstand. Das Urtheil trat für ihn in Kraft, und er ging nach Athen ins Exil. Hier lebte er noch 31, aber welch ein Leben! Von seiner vornehmen Gattin geschieden, seinem einzigen Sohn vollständig entfremdet, von den Freunden verlassen, von den Triumvirn vergessen, hoffte er vergebens Restitution durch Cäsar. Aber Eurio hatte keine dahin lautende Jnstruction, so oft er auch gefragt wurde, und der unter den glücklichsten Auspicien ins Leben eingetretene Memmius, der einst von dem ersten Dichter der Zeit besungene Günstling des Glücks, ging allen über Athen reisenden Bekannten, welche ihn an die Vergangenheit erinnerten, ängstlich aus dem Wege. Luerez denkt offenbar an ihn, wenn er 3, 41 sagt:

Hat mir Wohl einer gesagt, ihn drücken die Schrecken des Todes

ungleich weniger schwer als schimpfliches Leben und Krankheit,

auch er wüßte ja längst, daß nirgends Seele für sich sei,

Seele ihm gelte das gleich sei Blut nur oder ein Windhauch,

und er bedürfe in nichts der begründenden Lehre und Weisheit:

aber er that nur so im Streben nach flüchtigem Beifall,

Einsicht fehlte ihm stets, das zeigte die spätere Haltung.

Als er verbannt sich sah aus der Stadt, in die Ferne getrieben

weit aus der Bürger Bereich, mit dem Makel der Ehre behaftet,

trug er das Leben auch so, wie es war, und lebte in Trübsal,

wechselte kummerbeladen den Aufenthalt, opferte Geistern,

schlachtete schwarzes Gethier und versöhnte Gespenster des Hades

mit sinnlosem Gebräu: da also im bitteren Unglück

ehrte er anderen Sinns die Gebräuche des irrenden Glaubens.

Memmius wurde nicht restituirt und starb in der Verbannung, wahr­scheinlich durch eigne Hand.

Fr. B.

Aus einem englischen Notizbuch.

3. Die Insulaner.

Was einem Deutschen in England vor Allem auffällt, das ist der stolze Patriotismus des gemeinen Mannes. Er verblüfft Einen oft, er klingt manchmal kindisch, aber fast möchte man ihn darum beneiden. So hörte ich einmal auf der Eisenbahn ein Gespräch, das ich mir Wort für Wort gemerkt