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Die Ausstellung von Gemälden älterer Meister in München. II. :
(Schluß zu Nr. 40.)
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bild irgend eines Nachfolgers von Franc!« Bigio, und einer heiligen Familie in lebensgroßen Figuren (Bes. Graf Berchem), Replik des Bildes im Pa- lazzo Barbarini in Rom, welches auf einer Stufe mit denen der Grosvenor- Sammlung und der Madrider Gallerie steht. Unter dem Titel Sasso- ferrato ferner begegnet uns eine Molinari'sche Copie des bekanntenSilence" genannten Bildes im Louvre, das dem Annibale Caracci zugeschrieben wird. Ebenso ist derS. Sebastian von Guido" eine Copie, auch der heilige Hiero- nymus, welcher für Correggio gilt, hat nicht das mindeste Recht an diesen Namen. Das Porträt, Kniestück, eines Edelmanns, das dem Paris Bordone zugewiesen ist. läßt ungeachtet der Beschädigung erkennen, wie meisterlich der Venezianer durch die Hand des Georg Pencz nachgeahmt wurde. Die Tizian'sche Madonna, ein unechtes Stück aus der ehemaligen Artaria'schen Sammlung in Wien, ist immerhin ein interessantes Bild, das man am ersten dem Polidoro Lanzani wird zuschreiben dürfen.

Victor Chertmliez.

Genf ist die Welt in einer Nuß". es will scheinen, als ob diese Worte, die Bonstetten gegen Ende des vorigen Jahrhunderts schrieb, sich immer mehr und mehr bewahrheiteten. Ist doch der Genfer je länger je mehr Cosmopolit geworden; in einem Contingent, wie es schwerlich eine andere Stadt aufweisen wird, sendet es seine Söhne und Töchter in die Familien aller Länder, und nicht geringer ist der Gegenstrom fremder Einzügler. Zu den mannigfaltigen Gattungen derselben kommt in unseren Tagen wohl eine ganz neue: die jungen Helden von Frankfurt, welche um xroeul militiis leben zu können, ins Land der Winkelriede verstoßen werden. Die Stadt am Leman hat für den Pulsschlag der Fremde gleichsam ein doppeltes Sensorium und es spiegeln sich ja in dem inneren Leben des kleinen Staates die religiösen und socialen Gegensätze, welche die Welt bewegen, concentrirter und schärfer als je. Aber gerade in Bonstettens Sinne treffen seine Worte nicht mehr zu. Denn was er hervorheben wollte, war jenes harmonische Zusammenleben und gegenseitige Aufeinanderwirken der geistigen Aristokratie, vor allem der lirerarischen Größen, die hier residirten und in ihrem Verkehre die Reize der Pariser Geselligkeit, die man in der großen Stadt nur zerstreut zu genießen vermochte, in holderer Enge vereinigten. Diese Eigenschaft mußte Genf, je mehr es selbst große Stadt und namentlich Fremdenstadt wurde, verlieren;