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Die deutschen Eisenbahnen und der Einpfennigtarif.
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theil und das Bedürfniß der Eisenindustrie nach ermäßigten Frachtsätzen gelangen.

Nicht das Baucapital, nicht die Betriebskosten, nicht die Schwierigkeit der Unterhaltung, sondern hauptsächlich die Frequenz der Gütermasse sind das entscheidende Moment bei der Wirthschaftspolitik der Eisenbahnen. Wie gar weit die deutschen Bahnen in diesem Punkte noch zurückstehen, beweist der Umstand, daß dieselben im Jahre 18S8 nur 477.000,000 Centner Güter beförderten, während in demselben Jahre der Güterversand auf den englischen Bahnen 1,485,955,000 Centner. mithin das dreifache betrug, trotzdem daß Deutschland 70 Millionen Einwohner und Großbritanien nur 27 Millionen zählte. Von obigen 1.485,955.000 Centner bestanden 969.393.520' Centner allein in Bergwerksprodueten, zumeist aus Kohlen und Eisen, diesen mäch­tigen Bundesgenossen der modernen Industrie.

Nachdem nun auch die Rheinische Eisenbahn sich für die Einführung des EinPfennig-Frachttarifs ausgesprochen hat und die meisten Handelskammern in Rheinland und Westphalen ausdrücklich erklärt haben:den ferneren Er­mäßigungen der Eisenzölle müßten billigere Frachtsätze sür den Massen« transport von Rohmaterial, Halbfabricate und fertigem Eisen vorhergehen", darf man mit Zuversicht hoffen, daß auch die übrigen Eisenbahnen nun demselben Principe folgen, eventuell aber die Bundesregierung, nach den Er­klärungen des Bundescommissar Dr. Michaelis in der 35. Sitzung des Reichs­tages, diese allgemeine Einführung des Einpfennigtarifs für alle Massengüter ungesäumt in die Hand nehmen wird.

Was Museum römischer Alterthümer in Lyon.

Die französischen Provinzialstädte, denen nicht das Glück zu Theil ge­worden ist, Seehäfen zu besitzen, haben gewöhnlich nichts aufzuweisen, was den Fremden den Aufenthalt daselbst irgendwie wünschenswert!) und ange­nehm machen könnte. Zwar ist die oft gehörte Behauptung, daß sie alle, eine wie die andere, gleichförmig und nur nach Muster der Hauptstadt nor- mirt seien, nicht richtig. Im Gegentheil, sie haben sehr verschiedenartiges Aus­sehen: die eine ist Festung und Militairstadt; eine andere ist fast ausschließ­lich von kleinen Rentnern bewohnt und ihre stillen Straßen, die kleinen reinlichen Häuser mit dem sorgsam gepflegten Blumengarten davor erinnern fast an holländische Art; eine dritte ist der Sitz einer zahlreichen steifen Be­amtenwelt; wieder eine andere hat durch Bergbau, oder durch einen be­stimmten Handels- und Industriezweig ein sehr charakteristisches Gepräge er­halten. Was allen gemeinsam anhaftet, das ist allerdings erdrückende Lange­weile, geistiger Stillstand bei aller Handelstüchtigkeit, wissenschaftliche Gletch- giltigkeit selbst in den Städten, die Aeademien besitzen. In ihrer Vergangen­heit allein liegt das künstlerische und wissenschaftliche Interesse, das wir an diesen Orten nehmen, dieses aber ist oft bedeutend genug. Der Norden, die Heimath des Spitzbogenstils, ist reich an herrlichen, profanen wie reli­giösen Gebäuden aus dem Mittelalter, die Touraine befitzt die schönsten