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Noch einmal die Hamburg-Kieler Universitätsfrage : Correspondenz aus Hostein.
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Noch einmal die HamliurgMieler Universitätsfrage.

Korrespondenz aus Holstein.

Der Borschlag, die Kieler Universität nach Hamburg zu verlegen, ist in Ihrer Zeitschrift (Nr. 41 vom 8. Octbr. 1868) wiederholt und ausführlich besprochen worden. Wir verzichten darauf, die mannigfachen Aeußerungen der Tages­presse über diesen Plan zusammenzustellen; es genügt, daß der Plan im Ganzen mit Beifall aufgenommen worden ist. Neuere Vorgänge in Hamburg selbst sind sür die vorliegende Frage von Interesse. Die Bürgerschaft hat in der Sitzung vom 5. Mai d. I. einen aus ihrer Mitte hervorgegangenen Antrag wegen Reform des Johanneums und des akademischen Gymnasiums auf das Letztere beschränkt, und für die Prüfung dieses Gegenstandes eine Commission von sieben hervorragenden Mitgliedern der Versammlung bestellt. Es sind dies die Herren Dr. Baumeister, Dr. Buek, Dr. Klauhold, Dr. Banks, Lip- pert, Zacharias und Dr. May. In der Debatte sprach einer der Redner (Halben) dafür, daß das academische Gymnasium zu einer philosophischen Facultät unter besonderer Berücksichtigung der staats - und naturwissenschaft­lichen Disciplinen, sowie in Verbindung mit den bestehenden Anstalten sür Mediciner, erhoben werde. Also im Wesentlichen neben der philosophischen auch eine medicinische Facultät. Wir sehen dem Berichte der genannten Bürgerschaftscommission mit Spannung entgegen.

Der alte Einwand, daß Hamburg einseitig dem commerciellen und ma­teriellen Interesse ergeben sei und zum Sitze einer Hochschule wenig tauge, spielt bei den Gegnern unseres Projects noch immer die Hauptrolle. Möge sich Niemand täuschen lassen durch Vorurtheile, geschöpft aus oberflächlicher Be­rührung mit vereinzelten Kreisen und Personen, und durch banale Redensarten, wie sie im Vaterlande die Eifersucht der Städte und Landschaften zahlreich in Umlauf gesetzt hat. Hamburg ist ein Welthandelsplatz, auf dessen Größe die Nation mit gerechtem Stolze blickt. Diese Freude kann nur gehoben werden durch die Wahrnehmung, daß unsere Stadt trotz der Abwege, welche Wohlleben und Reichthum den Bürgern stellten, ein wahrhast wissenschaft­liches Leben in ihren Mauern zu erziehen gewußt hat. Es ist kaum ein geistiges Interesse, welches dort nicht eben so sehr um seiner selbst, wie um seines practischen Nutzens willen Pflege und Achtung gefunden hätte. Man braucht nur das Hamburgische Adreßbuch nachzuschlagen, um über die statt- liche Reihe wissenschaftlicher Vereine und Institute, welche daselbst aufgeführt sind. Ueberblick zu gewinnen. Vollzählig ist die Reihe. Und wer dann das Geleistete kennt, weiß zugleich, wie diese Stadt allen Zweigen menschlichen Wissens stets erneuten Antrieb und unerschöpfliche Stoffe gewährt. Aber