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Die deutsche evangelische Gemeinde in Bukarest.
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bewahren, spricht sich der Verfasser über diese Frage der Zukunft nicht weiter aus. doch läßt seine sonstige Gesinnung, wie sehr er auch in Preußen die eigentlich berusene Schutzmacht der Bukarester Protestanten erblickte erwarten, daß er die Autonomie seiner Gemeinde kräftig vertheidigen wird. Vorläufig können wir als Freunde deutsch-protestantischen Wesens wenigstens hoffen, daß unter der gerechten und friedlichen Regierung des hohenzollernschen Fürsten unseren Landsleuten in Rumänien und dem ganzen Lande eine Zeit gedeih­licher Entwickelung anbrechen werde.

Politischer Monatsbericht.

X Leipzig, den 24. Juni.

Die Tage, welche das erste Halbjahr 1869 beschließen, laden unwillkür­lich zu einer Rückschau über den Hauptinhalt desselben ein. Aber es scheint, wir sind im Großen und Ganzen gerade soweit wie vor sechs Monaten; eine ganze Anzahl von Ereignissen liegt hinter uns, aber kein einziges Re­sultat ist gewonnen, welches die Situation geklärt, der Ruhe des Welttheils Bürgschaft geboten hätte. Das Stimmen dauert fort, das Concert will nicht beginnen. Deutschlands Beziehungen zu den Nachbarn jenseits des Rhein und des Böhmerwaldes leben nach wie vor von der Hand in den Mund, und im Grunde genommen steht es ebenso um das Verhältniß des deutschen Volks zu der im Jahre 1866 neubegründelen Ordnung der Dinge. Nicht als ob zweifelhaft wäre, daß der norddeutsche Bund genügende Grundlagen seiner Existenz gewonnen hätte; aber seine zeitweiligen Formen drängen gewaltsam vorwärts in neue Bahnen und diese Bahnen sind durch zahllose Hindernisse, äußere wie innere, gehemmt.

Die Frage nach unserer Zukunft steht, so lange eine definitive Abrech, nung mit Frankreich noch nicht stattgefunden, mit der Frage nach der Ge­staltung der französischen Dinge im engsten Zusammenhang. In Paris aber hat jede vernünstige Rechnung längst aufgehört. Nachdem die Hauptwahlen für den gesetzgebenden Körper zu Gunsten des Imperialismus und des Radica- lismus ausgesallen waren, siegte bei den Nachwahlen die kurz vorher deutlich desavouirte liberale Opposition. Ihren Siegen in der französischen Haupt­stadt folgte eine Reihe rumultuarischer Auftritte, deren Bedeutung bis jetzt ebenso zweifelhaft geblieben ist, wie ihre Entstehung. Während der gebildete Theil der Nation und die Presse darüber einig scheinen, daß das zweite Kaiserreich sich durch liberale Concessionen neue Lebensbcdingungen schaffen müsse, stellt Napoleons Schreiben an den Baron Mackau sich auf den Stand­punkt des non PV88UMU8 und Alles, was von dem bevorstehenden Rücktritt der Rouher und Haußmann eolporlirt worden, ist gründlich Lügen gestraft. Den Pariser Straßenaufläufen sind ernsthafte Arbeiterunruhen in den Bergwerken von St. Erienne parallel gelaufen und die öffentliche Meinung weiß nicht einmal, ob dieselben durch socialistische Umtriebe oder durch bittre Noth hervorgerufen worden sind, In Marseille seiern die Tischler, in Lyon die Bäcker, und es kann leicht geschehen, daß die Sorge um die sociale Frage demnächst die politischen Wirren ablöst. Haben beide Bewegungen doch schon seit geraumer Zeit nichts mehr mit einander gemein.Der Kaiser geht in das Lager von Chalons" lautet die letzte Nachricht aus Paris und den Con-