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ungeschwächte Fortführung der freisinnigen und nationalen Politik meiner Regierung verheißen. Ich stütze darauf das Vertrauen, es werde mit der Kraft, welche die Eintracht verleiht, gelingen, mein Volk zu dem Ziele zu führen, das ich mir als höchste Regeritenaufgabe gestellt habe: ein freies Staatsleben im Innern, ruhend auf der sicheren Grundlage geistiger Bildung und sittlich-religiösen Ernstes und muthige, entschlossene Theilnahme an der nationalen Wiedergeburt Deutschlands. Karlsruhe, den 29. Mai 1869.
Friedrich."
Aus dem russischen Hof^ und Staatsleben des 18. Jahrhunderts.
I.
Vielleicht zu keiner Zeit haben deutsche Staatsmänner und Officiere einen so gewaltigen Einfluß im Auslande geübt, als in der Zeit der tiefsten politischen Verkommenheit ihres Vaterlandes, der zweiten Halste des 17ten und der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts, da das römische Reich deutscher Nation an den Folgen des dreißigjährigen Krieges so tief darniederlag. daß seine Wiederausrichtung von dem tiefen Falle, den es gethan, für alle Zeit unmöglich geworden schien. Während die deutsche Staatskunst die Fähigkeit verloren zu haben schien, sich auf ihre Aufgaben auch nur zu besinnen, den jungen preußischen Staat allein ausgenommen, kein Theil des Reichs im Stande war, sich in militairischer Beziehung über das rohe und zugleich schwache Landsknechtthum zu erheben, welches Westdeutschland den Franzosen Preis gegeben, schwangen deutsche Auswanderer sich zu unumschränkten Beherrschern fremder Reiche auf, die Welt mit dem Ruf ihres politischen Scharfblicks und ihres militärischen Genies erfüllend. Ein pfälzischer Edelmann kommandirte der Reihe nach die Heere Frankreichs, Portugals und Englands, der natürliche Sohn des sächsischen Kurfürsten galt für die größte Zierde der französischen Armee, der verlaufene westfälische Baron Neuhof wurde zum Könige von Corsika aus gerufen, wenig später ein deutscher Arzt zum Premierminister von Dänemark und im Nordosten handelte es sich ein halbes Jahrhundert lang nur darum, welcher der drei deutschen „Väter der russischen Monarchie" der Alleinherrscher über das ungeheure Reich sein sollte, welches Peter der Große in das europäische Staatensystem eingeführt hatte. Wir haben kei-