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Die Memoiren des Generals von Brandt.
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Die Memoiren des Generals von Brandt.

Aus dem Leben des Generals Dr. Heinrich von Brandt. Erster Theil. Die Feld­züge in Spanien und Rußland 18081812. (Berlin, Mittler und Sohn.)

Neben dem reichen allgemeinen Interesse, welche dieses Buch durch Er­zählung des seltsam gewundenen Lebenslaufs und der vielen Kriegsabenteuer des Verfassers gewährt, der nicht nur mit vielen polnischen, französischen und spanischen Teilnehmern der großen Franzosenkriege, sondern auch mit Napoleon selbst wiederholt in Berührung kam erscheint das Brandt'sche Memoiren- werk unter zwei speciellen Gesichtspunkten besonders wichtig: als eine neue Quelle zur Beurtheilung des Feldzugs von 1812 und als Beitrag zu einem wenig bekannten, mindestens wenig besprochenen Abschnitt der preußischen Provinzialgeschichte. Heinrich v. Brandt entstammte nämlich dem Theile Westpreußens, der im Jahre 1807 dem neugebildeten Herzogthum Warschau einverleibt wurde und dadurch für längere Zeit unter polnisch-sächsisch-fran- zöfische Herrschaft kam. Der Einfluß, den dieser Umstand auf den Lebensgang des Verfassers übte, spiegelt getreulich das Geschick wieder, welches den ge- sammten Landestheil traf und verdient schon aus diesem Grunde eine be­sondere Beachtung.

Heinrich v. Brandt, als Militärschriftsteller und Verfasser eines im Jahre 1823 veröffentlichten Buchs über Spanien schon früher vortheilhaft bekannt, war im Jahre 1789, also erst siebzehn Jahre nach der ersten Theilung Polens und der Besitzergreifung Westpreußens durch Friedrich den Großen, zu Lakie geboren worden. Leider enthalten die vorliegenden Aufzeichnungen keine ge­naueren Berichte über die Zustände, unter denen der junge Gutsbesitzerssohn in dem Lande aufwuchs, das das Schwert der deutschen Herren der Cultur unseres Volkes zuerst unterworfen hatte und das nach dreihundertjähriger Polenherrschaft dem Staate wieder gewonnen worden war, der von Norden nach Süden und Westen vorschreitend, schon damals die Neugestaltung Deutschlands vorbereitete. Gerade in dem letzten Viertel des 18. Jahr­hunderts spielte die westpreußische Landschaft in der Geschichte der Monarchie Friedrichs des Großen eine wichtige Rolle. Um das Unkraut auszujäten, das die unheilvolle Wirthschaft der königlichen Republik in den Boden des alten Preußen gestreut hatte, waren taufende fleißiger Colonisten unter der Führung einer Elite des preußischen Beamtenthums in die verkommenen öst­lichen Lande gesandt worden, wo sich bald die ersten Regungen eines neuen Lebens zeigten. Ob Brandt's Vater diesen Einwanderern oder der verhält­nißmäßig kleinen Zahl deutscher Gutsbesitzer angehörte, die sich gegen die