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müßten. Deshalb ist die verbreitste Hoffnung, den östreichischen Finanzen durch die Stiftsgüter aufzuhelfen, ebenso trüglich, wie manche andere, auf welche man leider ebenso fest baut. Wir kommen daraus zurück.
Politischer Monatsbericht.
X Leipzig, den 26. Januar.
Das Verhältniß der Presse zu den gegenwärtigen Verwickelungen der großen europäischen Politik sieht in mehr als einer Beziehung dem Bilde gleich, welches Homer von den streitenden Troern und Griechen entwirft, deren Kriegsglück nicht durch die eigenen Waffen, sondern durch die Händel und Intriguen der Olympischen bedingt wurde. Das Resultat einer retro- spectiven Betrachtung der letzten vier Wochen unv ihrer Geschichte kommt für den Beobachter, dem um die Dinge selbst, nicht um das zu thun ist, was von ihnen gesagt wird, auf das Wissen vom Nichtswissen heraus. Wohl verkündet eine große Zahl unserer Zeitungsblätter den Lesern täglich mit beneidenswerther Unbefangenheit, die politische Lage sei genau die und die — aber diese absoluten Wahrheiten halten immer nur 24 Stunden lang vor und die zu ihrer Erhärtung angeführten Gründe haben, bei Licht besehen, mit dem Einmaleins in der Göthe'schen Hexenküche verzweifelte Aehnlichkeit. Als die Verhandlungen über das Zustandekommen der pariser Conferenz schwebten, wußten die Conjectural-Politiker ganz genau, daß dieselbe nicht nur gesichert sei, sondern auch zu einem befriedigenden Abschluß des türkisch-griechischen Conflicts führen müsse — nur über die Grundlagen der Verhandlung war Niemand im Klaren; als die Diplomaten ihr Werk beendet hatten, gab es kein größeres Blatt, dessen pariser Correspondenten nicht die Lösung der obschrveoenden Differenzen sicher vorausgesagt hätten — daß man nicht genau wisse, was eigentlich beschlossen worden, wurde nur in Parenthese bemerkt. Ebenso ging es mit dem östreichisch-preußischen Zeitungskriege zu. Warum derselbe erst mehrere Wochen nach der Veröffentlichung des wiener Rothbuchs ausbrach und warum er beigelegt wurde, als die Parteien erst recht in Feuer kamen, ist ein Geheimniß geblieben — auf welcher Seite das bessere Recht sei, glaubte nichtsdestoweniger jeder Deutsche zu wissen, der gelegentlich einen Leitartikel zu Stande gebracht hatte. Weder von dem wahren Causalzusammenhang der Differenzen zwischen Constantinopel und Athen, noch von der Stellung der meisten Großmächte zu demselben liegt