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Dorner's Geschichte der protestantischen Theologie.
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Ilw

Borner's Geschichte der protestantischen Theologie.

Herr Dr. Dorner, bekannt durch eine dogmengeschichtliche Arbeit über die Lehre von Christus, hatte den schwierigen, aber dankbaren Auftrag er­halten, für die historische Commission der bairischen Akademie der Wissen­schaften die Geschichte des Protestantismus zu bearbeiten. Er hat sich dieses Auftrags in einem Werke von 924 Seiten entledigt und seine Auf­gabe sich selber dahin festgesetzt, die Entwickelung der protestantischen Theo­logie nach ihrer principiellen Bewegung und im Zusammenhang mit dem religiösen, sittlichen und intellectuellen Leben zu verfolgen. Es wäre zu wün­schen gewesen, daß der Herr Verfasser mit dem Leser und, was er zum Schaden seiner Arbeit unterläßt, mit sich selber vorher näher über die Be­handlung seiner Aufgabe zu Rathe gegangen wäre. Er gibt über den Plan seiner Arbeit so wenig Aufklärung, daß er uns nicht einmal den bei geschicht­lichen Darstellungen einer Fachwissenschaft üblichen Rückblick auf die Vor­arbeiten gönnt. Dann würden wir doch erfahren haben, daß principielle Bewegung der protestantischen Theologie die Bewegung ihrer beiden Prin­cipien, des materialen, der Rechtfertigung durch den Glauben, und des for­malen, der normativen Autorität der heiligen Schrift ist; vielleicht hätte aber der Herr Versasser dann selber auch die Unzulänglichkeit dieser beengenden schul­mäßigen Distinctionen für die reiche Ausbreitung der ganzen protestantischen Entwickelung gefunden. Ebenso hätte er sich vielleicht überzeugt, daß er theils zu viel, theils zu wenig anstrebt, wenn er die protestantische Theologie im Zu­sammenhang mit dem religiösen, sittlichen und intellectuellen Leben betrachten will. Zu viel, weil, das Hereinziehen des religiösen und sittlichen Lebens in eine Geschichte der protestantischen Theologie, soweit dieses Leben nicht als Geburtsstätte des Dogmas zum Voraus hereingehört, die Geschichte der Theo­logie noch mit Elementen aus der Geschichte der Kirche und der Moralität Übersüllen würde. Und wirklich ist auch in vorliegendes Werk manchmal, z. B. in der Unionsfrage oder in der Erwähnung der preußischen General­synode von 1846, gar zu viel kirchenhistorischer Stoff hereingenommen worden. Hinsichtlich der Geschichte der Moralität läßt sich dieser Vorwurf freilich nicht erheben, da das Buch gemäß der theologischen Tradition schon der Entwicke­lung der Moral sehr wenig, vollends aber derjenigen der Moralität gar keine Rücksicht zu schenken weiß. Der thatsächliche Beweis, daß mit der Aus­dehnung auf die sittlichen Zustände zu viel angestrebt worden ist! Hingegen ist es Angesichts der Herrschaft, die sich zeitweise Aufklärung und Philosophie

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