134
Norddeutsche Kriegsmarine.
Das Panzerschiff „König Wilhelm".")
Während die Panzerfregatten „Kronprinz" und „Friedrich Karl" auf Bestellung der preußischen Regierung in Angriff genommen wurden, ist das stärkste preußische Panzerschiff, nächst dem englischen auch noch im Bau begriffenen „Herkules" geradezu das stärkste der ganzen Welt, durch einen glücklichen Zufall uns in die Hände gekommen — das Panzerschiff „König Wilhelm", 23 Kanonen, 11S0 Pferdekraft, 6938 Tons englisch.
Der Sultan ist ein eifriger Freund der Marine; er hegt den Wunsch, seine Panzerflotte auf einen achtunggebietenden Stand zu bringen, wie er denn auch fünf schöne Panzerfregatten auf englischen Werften hat bauen lassen: „Abdul Aziz", „Orkhan", „Osman Ghazy", „Fatikh", „Sultan Mahmud" — nicht aber „Mahmudieh", denn das ist der Name eines türkischen Holzlinienschiffs. Es war deshalb, beiläufig bemerkt, kein Zufall, daß im Juli 1867 hie Engländer, als sie den Sultan empfingen, die Flottenrevue auf der Rhede von Portsmouth (Spithead) zu einem glänzenden Schauspiel zu gestalten suchten und dazu sämmtliche ausgerüstete Kriegsschiffe aus allen Häfen des vereinigten Königreichs zusammenriefen, ja selbst die Schiffe auswärtiger Stationen, die gerade zur Heimkehr bestimmt waren, zu schleuniger Rückkehr und Theilnahme an der Revue beorderten. — Das Linienschiff „Princeß Royal" hatte auf der Rückkehr von China aus ums Cav Ordre erhalten, und die Fregatte „Sutlej" kam aus China zu dieser Revue heimgesegelt. So war denn auch ein Geschwader zusammen, wie es die Welt noch nicht gesehen, die Hälfte der englischen Panzerflotte mit den Repräsentanten fast aller Constructionssysteme, sodann nicht weniger als 11 Linienschiffe (3 im Hafen von Portsmouth) und eine große Anzahl der schönsten Fregatten, Corvetten und kleineren Schiffe! Mag nun aber auch durch dieses Schauspiel die Lust - des Sultans zur Erwerbung neuer Panzerschiffe mächtig angeregt worden sein, vorläufig reichten seine disponiblen Gelder nicht einmal aus, ein bereits bestelltes Panzerschiff, allerdings ein Schiff vorzüglichster Qualität und demgemäß von sehr hohem Preise, vollständig zu bezahlen. Es war der „Fered", ein Schiff, das einen achtzölligen Panzer, den stärksten der Welt, und dem entsprechende Dimensionen des Schiffstör-
Der Artikel ist im December vorigen Jahres geschrieben, der Verfasser ein Preuße. — Dies wird bemerkt, weil der Telegraph einen englischen Artikel über dasselbe Schiff in der Times anmeldet.