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Der Kampf um Schleswig-Holstein 1848-1850. 2.
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wig-holsteinischen Aufstellung. In Heldenmut!) wie in jeder sonstigen Eigen­schaft militärischer Tüchtigfeit leisteten die Angegriffenen das Höchste. Auch die Dänen erlitten schwere Einbuße und ihr General Nye befand sich unter den Gefallenen. Aber nach blutigstem Kampfe, nach einem Verlust von ziemlich 3000 Mann, sahen die Schleswig-Holsteiner ihre Stellung gesprengt und muß­ten, des Morgens 9 Uhr, den Rückzug antreten.

Diese Nacht von Fridericia, auf das lebhafteste und in den verschiedensten Beziehungen an die Schreckensnacht von Hochkirch (13.14. October 1738) er­innernd, war ein reicher Entgelt für den Tag von Eckernförde; die Dänen er­reichten außerdem, daß dem Fernstehenden die Bedingungen des nahen Waffen­stillstandes zum Theil als Folge eines dänischen Sieges erschienen. In Wirk­lichkeit hätte es, um den Waffenstillstand, so wie er am 10. Juli zu Berlin ab­geschlossen wurde, zu Wege zu bringen, des Blutbades von Fridericia nicht be­durft. Die Bestimmungen des Stillstandes entsprachen den Friedensprälimi­narien, über die man übereingekommen. Von einer gemeinschaftlichen Regierung für Schleswig und Holstein war jetzt nicht die Rede. Während man in Hol­stein für die Zeit der Waffenruhe die Statthalterschaft beließ, sollte für Schles­wig eine besondere Landesverwaltung eingesetzt werden; ein Mitglied derselben hatte Preußen, eines Dänemark, ein drittes, als Obmann für etwaige Meinungs­verschiedenheiten unter jenen beiden, England zu stellen. Die schleswig-holstei- nische Armee wurde jetzt ganz nach dem Süden der Eider, ganz nach Holstein verwiesen. Für den Süden Schleswigs war eine preußische, für den Norden eine neutrale, schwedisch-norwegische Besatzung bestimmt; in Alsen und Arröe wurde indeß die dänische Besatzung gelassen.

Ein Seitenstück zu dem jetzigen östreichisch-Preußischen Zuge

nach Schleswig.

Preußen und Oestreich sind auf dem Wege nach Schleswig. Was jenes dort sollte, ist klar; was es will, noch zweifelhaft. Mit bangen Ahnungen aber begleiteten die Augen des deutschcn Volkes die preußischen Bataillone und Schwadronen nach den Ufern der Eider. Man erwartet als den besten Fall ein neues schwächliches Provisorium in dem vielhundertjährigen Kampfe der transalbingischen Stammgenossen mit den Dänen. Zögern, Halbheiten. Ver-