Beitrag 
Die deutsche Landwirthschaft sonst und jetzt. 5.
Seite
516
Einzelbild herunterladen
 

516

Hiernach sind auch die Fragen von der Zusammenlegung der..Grundstücke Fidcicvmmisse zu beurtheilen. So kann für das eine Land zweckmäßig sein was des anderen Verderben wäre; so kann es oft räthlich sein, neben wal­zenden Grundstücken arrondirte große Güter und Bauernhöfe zu belassen. Für einen größeren Staat werden sich Gesetze, die für Alle in dieser Sache Weiches verordnen, gewiß nicht empfehlen.

Die vergangene Woche für Schlesuiig-Holstein.

Die Exccutionstruppen rücken ein, Stände und Volk Holsteins fordern ihren Herzog, der König von Bayern hat die Rechte der Herzogthümer und ihres Fürsten anerkannt, der Abgeordnetentag hat der gehobenen Stimmung der Deutschen würdigen Ausdruck gegeben, der dänische Reichstag ist geschlossen, und dadurch ist die Rücknahme der octrohirtcn Verfassung, sind die Beschwich­tigungsversuche der Großmächte, sind die Vermittlerrollen der Herren v. Bis- marck und Ncchberg unmöglich geworden. Das find viele gute Nachrichten in wenig Tagen.

Aber die Hauptsache ist immer nvcb nicht entschieden. Und diese Haupt­sache ist die Stellung, welche Preußen zu dem jetzt unvermeidlichen Kampfe einnehmen wird. Ein ferneres Zurückhalten und Verläugnen der patriotischen Forderungen wird auch dort immer schwieriger. Selbst die klägliche Adresse des Herrenhauses kann trotz dem Bestreben, die Adresse der Abgeordneten zu neutralisiren und das nützliche Ministerium zu stützen, nicht ganz verläugnen, wohin Gewissen, Ehrgefühl und Patriotismus die Cvnservativen drängen. Mit der Entlassung des dänischen Reichstags ohne Rücknahme des Jncorporativnspatents fällt zum 1. Januar auch der letzte scheinbare Grund, am londoner Protokoll festzuhalten; allmälig bemächtigt sich auch in Preußen eine stärkere Bewegung der Gemüther, welche bitter und zornig die ruhmlose Rolle, zu welcher der Staat herabgekvmmen ist, vcrurtheilt. Noch ist es Zeit für Preußen, gut zu machen, was bis jetzt versäumt wurde. Aber es naht eines traurigen Jahres letzte Stunde und die letzte Stunde für eine Wahl zwischen Pflicht und Unehre.

Stürmisch und finster endet dies Jahr, was die Zukunft des nächsten durch unsere Herzen leiten wird, Schmerz und Freude, wir erwarten es mit der Beharrlichkeit, welche wir unseren Gegnern, und mit dem Vertrauen, wel­ches wir der guten Haltung des deutschen Volkes verdanken.

Ungern schließen wir, ein preußisch gesinntes Blatt, welches in Sachsen erscheint, das Jahr mit einer abweisenden Bemerkung. Wir Preußen sind