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ganz erloschen. Da aber die alte stets anerkannte und bestätigte Grundvcr- fassung des HerzvgthumS Lauenburg nur agnatische Thronfolge kennt, so wird der Erbfoigestreit unvermeidlich sein.
Eine Rechtserörterung über die vorgedachten Successionsansprüche zu liefern, dazu ist hier nicht der geeignete Ort. Wir bemerken nur. daß dieselbe, in die feudalen Verhältnisse der Vorzeit und in die ältere Geschichte der genannten Regentenhäuser weit zurückgreifend, keine einfache, sondern vielmehr eine sehr complicirte ist. Wir können aber doch nicht verhehlen, daß wenn in Nr. 277 der Kreuzzeitung in einem Artikel über „das Herzogthum Lauenburg" beiläufig geäußert wird, daß unter den verschiedenen Ansprüchen deutscher Fürstenhäuser die von Anhalt ohne Zweifel die bestbcgründetsten seien, uns die Richtigkeit dieser Behauptung und Versicherung doch mehr als zweifelhaft ist.
Allen diesen alten Ansprüchen deutscher Fürstenhäuser entgegen wird in dem lauenburgischen Erbfolgestreite, der zu erwarten ist, der Anspruch Dänemarks stehen. Es wird behauptet werden, Lauenburg sei Ersatz für das an den König von Schweden abgetretene Norwegen gewesen, und welche Konsequenzen man daraus juristisch folgern wird, wissen wir noch nicht. Aber das wissen wir: Norwegen war kein Bestandtheil Dänemarks, sondern ein eigenes Königreich, wie es das heute auch in der Union mit Schweden unter Einem Könige ist. Und Lauenburg ist ein eigenes deutsches Herzogthum, wie der erste Erwerber im dänischen Königshause, Friedrich der Sechste, indem er als Herzog von Holstein und Lauenburg dem deutschen Bunde beitrat, in der Bundestagssitzung vom S> November 181S feierlich erklärt hat. Auch hieraus gehen Conscquenzen hervor, die zu entwickeln uns zu weit führen würde.
Vermischte Literatur.
Ernst Rietschel. Von Andreas Oppermann. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1863.
Der Verfasser, vorteilhaft bekannt bereits durch seine beiden Reiseschriften „Aus dem Bregenzcr Wald" und „Aus Palermo", ist ein Verwandter des verewigten Künstlers. Er war durch langjährigen Umgang mit demselben vorzüglich befabigt, uns ihn auch als Menschen zu zeichnen und er hat sich dieser Aufgabe mit Liebe und feinem Gefühl für das künstlerische Moment in diesem reichen Leben unterzogen.