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Gegensätze, unwiderstehliche Nothwendigkeiten, einen weiter entwickelten Liberalismus, eine thätigere Volkskraft. Und wenn die Preußen jetzt selbst mannhaft thun, was ihre Pflicht ist, so mögen sie getrost einem geneigten Schicksal und der Zukunft ihres Staates vertrauen. Denn daß der Fürst, den sie dem wahrscheinlichen Lauf der Dinge nach zu erwarten haben, in solcher Zeit zum Manne gehärtet wird, das vermag dereinst mehr als einzubringeu, was jetzt verloren wird.
Ein Damenpensionat im Staat Mississippi.
1. Wie ich Professor dreier schönen Künste wurde.
Das Folgende ist Wahrheit, wie sie ein treues Gedächtniß aufbewahrt, nichts von Dichtung darin. Das Bild mag eine Carrikatür sein, aber ich kann nichts dafür.
Mit philologischen und juristischen Kenntnissen, sowie mit einem anständigen Fonds deutscher Gewissenhaftigkeit ausgestattet, betrat ich vor sechsthalb Jahren die neue Welt, und siehe da, zu meinem nicht geringen Erstaunen fand ich drei verschiedene Professuren der schönen Künste, die sich in meiner Person vereinigen sollten, bereits für mich zugeschnitten. Kaum war ich nämlich in Philadelphia angekommen, als mein Freund K. mit freudestrahlendem Gesicht in mein bescheidnes Dachstübchen trat, um mir die ebenso überraschende, als erfreuliche Meldung zu machen, daß der Principal eines bedeutenden Dameninstitutes zu Macon im Staat Mississippi anwesend sei, um einen deutschen Professor für Malerei, Zeichnenkunst und Musik.anzuwerben.
„Das ist," sagte er, „eine ganz vortreffliche Stelle^ die Du unbedingt annehmen muht."
Vor Erstaunen anfangs sprachlos, blickte ich ihm eine Zeit lang ins Gesicht; der Ernst seiner Mienen überzeugte mich jedoch bald, daß er durchaus nicht scherzte. „Lieber Freund," erwiderte ich daher ablehnend, „ich habe ja in meinem ganzen Leben keinen Pinsel in der Hand gehabt. Gezeichnet habe ich zwar vor fünfundzwanzig Jahren auf der Schule bisweilen einen Kopf; aber selbst das ist längst schon vollständig wieder verlernt. Und dann was Musik betrifft, so habe ich heute mit Betrübniß bemerkt', daß ich nicht einmal die Noten mehr recht kenne; und seit mindestens fünfzehn Jahren habe ich keine Taste angerührt."
Die erwähnte niederschlagende Erfahrung hatte ich nämlich gemacht, als ich mich auf einem Piano, das ich im Kosthause vorfand, ein wenig versuchte. Dabei hatte ich mir jedoch vermöge meines guten Gedächtnisses die ersten bei-
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