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Wir haben in diesen Wochen das Departements-Ersatzgeschäft abgewickelt. Mit dem glänzendsten Erfolge; denn es fehlten kaum mehr Leute als sonst, die Amerikaner, Doch wäre der Schluß irrig, daß deswegen wenig Leute „drüben" wären; im Gegentheil bereiten sich eben wieder neue Zuzüge, denen der hohe Stand der Saaten treffliche Dienste leistet. Aber die Nationalregierung ertheilt den preußischen Heerespflichtigen Urlaub. So haben wir denn auch wieder Nachrichten aus dem Lager, aber eben keine neuen. Schmale Kost für die Leute, Kartoffeln, Grütze und viel Schnaps, gar kein Fleisch; ungleiche Bewaffnung; allerlei Exercitien, bei denen die Bäume den Schützen die Scheiben ersetzen müssen; Verdrossenheit des gemeinen Mannes, der sich dennoch fügt. Ein schwerer Schlag für die Insurgenten ist der hoffnungslose Zustand von Mielecki. Derselbe wird aus einem Gute bei Labischin verpflegt, und war ihm noch immer ein Commando offen gehalten.
Zuletzt habe ich noch eines Testamentes zu gedenken, in dem der zu Dresden verstorbene Kammerherr Graf v. Garczynski 70,000 Thlr. für ein Cadettenhaus in Posen ausgeworfen hat. und da wir einmal in Ihrer Heimath sind, so mache ich Sie auf die Bilder der Jllustrirten Zeitung von unserm Kronfort und von hiesiger Stadt (Posen) aufmerksam. Weder Bild noch Text sind correct.
Das Schwelgen der Presse in Preußen.
Ist es nothwendig, daß die Presse eines hochgebildeten,'ruhmreichen Volkes grundsätzlich schweigt über die verhängnißvollen Fragen, die jedes Mannes Herz bewegen? Soll, so lange die Verordnung vom 1. Juni besteht, die Presse Preußens über die bedrängte Lage des Vaterlandes nichts Anderes zu Tage fördern als die unfläthigen Schimpfreden der reactionären Blätter, einige dürftige thatsächliche Notizen und, wenn es hoch kommt, ein paar ärmliche Brosamen, die von dem Tische des reichen Mannes, der Presse in den kleinen deutschen Staaten, abfallen? Kein ehrlicher Liberaler in Deutschland, der nicht tiefbewegt diese ernsten Fragen in den letzten Wochen bei sich erwogen hätte. Und kein Wunder, daß die Antworten weit auseinandergehen. Wir sind alle groß geworden in den Begriffen des Rechtsstaates. An den Gedanken, daß für die Presse irgend ein Recht, wenn auch ein hartes, lästiges, bestehen müsse, sind wir gewöhnt wie an die Luft, die wir athmen. Nicht jedem fällt es leicht, sich in die Vorstellung einzuleben, daß wirklich das Eigenthum der preußischen Verleger, die Existenz der preußischen Journalisten lediglich dem