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Von der polnischen Grenze.
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Von der polnischen Grenze.

Posen, d. 8. Juli.

Die Reise unseres Kronprinzen durch die Provinz von Thvrn her über Jnowraclaw, Trzemcszno, Gnesen nach Posen, von da wieder nach Schneide- mühl, war für uns arme Großhcrzogthümler wirklich einmal ein frischer Luft­zug durch die drückende Schwüle, in der wir sonst athmen. Der Prinz, auf den, wie Sie wissen, jetzt alle Augen und wer weiß wie viel Hoffnungen ge­richtet sind, hat jedenfalls die Gabe einer Liebe gewinnenden und Vertrauen erweckenden Persönlichkeit im reichen Maße empfangen. Referent gehörte einem Kreise, der sich an einer der Zwischenstationen zur Begrüßung zusammen­gefunden hatte, an und überzeugte sich selbst davon, wie herzlich die Königl. Hoheit sich bemüht, jedem Freundliches zu sagen, mit jedem von Dingen zu reden, für die sich der Vorgestellte intcressiren möchte. Dann aber war ich auch Zeuge der ungeteilten und ungeheuchelten Freude, in welche die An­wesenden alle durch die Güte des hohen Reisenden verseht waren. Ueöngens schloß sich die katholische Geistlichkeit von den Empfangsfeierlichkeiten nicht aus, wenn auch die Betheiligung lau war und einzelne Herren nicht einmal ihr Amtstleid angelegt hatten. Nur Herr Leo v. Przyluski entsandte statt seiner die Domherrn Richter und Polczynsti, welche ihnden 74jMrigen Mann" wegen Kränklichkeit entschuldigen sollten. Darauf hat nach der wiederholten Versicherung von Ohrenzeugen der Kronprinz geantwortet: wir kennen das, und sehr ernste Worte über die Pflicht der Geistlichen,Frieden und Gehor­sam gegen das Gesetz" zu predigen, gesprochen. Die Kunde davon machte ziemlich allgemein Freude, obgleich wir bedauerten, daß gerade die beiden wür­digsten Mitglieder des Domkapitels, deren Stellung in demselben ohnehin eine sehr schwielige ist, zu Uebcrbringern dieser bedeutenden Worte aus hohem Munde auserschen waren. Heute aber überrascht uns das bischöfliche Con- sistorium mit einer Berichtigung. Dasselbe ist jetzt überhaupt damit sehr rasch zur Hand, sobald der leiseste Schalten auf seine Loyalität geworfen wird. Die geistliche Behörde versichert, Königl. Hoheit sei sehr, gnädig gegen die Domherrn gewesen, und Herr Richter habe Gelegenheit gehabt zu versichern:die Kirche hat allerdings eine schwierige Aufgabe, indem sie die Autorität mit ih­ren Mitteln zu schützen und zu stärken verpflichtet ist; sie erkennt aber ihre des- fallsige Aufgabe vollständig und wird sie ganz gewiß mit Gottes Hilfe zu lösen im Stande sein. Königl. Hoheit, ich lebe der vollen Ueberzeugung, daß die Kirche gegenwärtig auch hier ihren hohen Beruf erfüllen wird;" worauf der