Beitrag 
Die Entdeckung Thüringens.
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

Der geringe Preis von einem halben Thaler und die Zugabe einer Karte des thüringer Waldes wird zu weiterer Verbreitung beitragen.

Dieses Buch also sei den norddeutschen Wandcrzügen nach Thüringen zur Benutzung bestens empfohlen. Es wird sie zu den schönsten Aussichten, zu den friedlichsten Thälern, durch die üppigsten Wälder unseres Gebirgs leiten und gewiß noch weit mehre, als jetzt schon dieser Ueberzeugung huldigen, zu dem Geständnis; bringen, daß Thüringen wirklichrecht nett" ist.

Meiningen. August Henneberger.

Die Theilnahme des Kronprinzen von Preußen an dem Ver-

sassnngskaillps.

Bei der Grabesstille, welche auf der nichtofficiellen preußischen Presse liegt, und bei der kalten Zurückhaltung, mit welcher deutsche nichtprcußische Blätter über die innern Angelegenheiten des zerrütteten Staates sprechen, muß der Deutsche aus den Zeitungen des Auslandes, zumeist Englands, die Einzeln- hciten eines wichtigen Ereignisses zusammenlesen, den Protest des Kronprinzen von Preußen gegen die Preßordonnanz vom 1. Juni.

Nachdem der Kronprinz bereits vor Antritt der Inspektionsreise nach Preußen seine Ueberzeugung ausgesprochen hatte, daß projectirte Ordonnanzen ungesetzlich und gefährlich sein würden, hat derselbe, sobald ihm auf der Reise die Preßverordnung Vom 1. Juni zukam, noch vor der-danzigcr Rede, in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten gegen diese Maßregel als eine verfassungs­widrige und verderbliche protestirt und jede Mitverantwortlichkeit für dieselbe aus­drücklich abgelehnt. Diese Verwahrung und, die darauf folgende Rede zu Danzig veranlaßten in Berlin Berathungen darüber, was gegen solchen Widerstand zu thun sei; aus einer in ihrem Detail offenbar ganz unrichtigen officiöscn Korre­spondenz ist zu ersehen, daß man zuerst auch vom Standpunkt militärischer Disciplin strenge Maßregeln gegen den Prinzen berieth, sich allmäiig mit einer Verwarnung begnügte. Darauf hat der Prinz die Erklärung abgegeben, daß er bei seiner Auffassung beharren müsse, bereit sei, dafür einzustehen und seine Aemter niederzulegen und daß er in diesem Falle den König um Anweisung eines Aufenthaltes bitte oder um das Recht, einen solchen zu wählen.

Was sind das für Zustände in einem Culturstaate des neunzehnten Jahrhunderts, wenn von hundert Zeitungen desselben nicht eine wagt, eine

,5*