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Preußischen Staates vertritt, und das, was noch Vertrauen zu der Zukunft Preußens einflößt.
Das neue Jahr wird die Männer dieser Opposition aufs Neue in der Hauptstadt versammeln. Was seit dem Ende der vorigen Session geschehen ist, kann sie nicht nachgiebiger gemacht haben. Sie sind durch kleine Concessionen nicht zu gewinnen, durch halbe Maßregeln nicht zu versöhnen. Der Kamps, welchen sie führen, das Gesetz in der Hand, ein maßvolles RechtSgefühl im Herzen, mag kürzere oder längere Zeit dauern, aber er wird enden mit dem Siege der nationalen Partei und damit, daß Preußen zum Glück und Segen für sein Königshaus, zum Glück und Segen für das Volk eine durchaus parlamentarische Regierung erhält. ?
Literatur.
Handbuch der protestantischen Polemik gegen die römisch-katholische Kirche. Von Dr. Karl Hase. Leipzig, Druck und Verlag von Breitkops und Härtel. 1862.
Eine ausführliche Darstellung und Kritik römisch-katholischer Lehre und Sitte, welcher gegenüber das protestantische Wesen nur insofern berücksichtigt ist, als es dazu den Gcgcusatz bildet. Veranlaßt wurde die Arbeit zunächst durch Möhlcrs „Symi'olik", die manche Gegenschrift, aber keine solche hervorgerufen hat, welche eine dem Werke Möhlers gleichkommende Bedeutung erlangt Hütte. Ein Handbuch der Polemik wurde sie genannt, weil sie Alles zusammenfassen sollte, was von Chcm- nitius an bis auf die Gegenwart von Seiten des Protestantismus gegen die römische Kirche und Lehre Berechtigtes vorgebracht worden ist. Nächst Möhlcr bekämpft das Buch noch hauptsächlich vier hervorragende katholische Theologen- Bellarmin, den größten Polemiker, den Rom im Jahrhundert der Reformation hatte, Perrone, der ähnliche Bedeutung in der Gegenwart beansprucht, Klee, dessen Dogmatik in. der' Zeit des hermesischcn Streites das Lob der Nechtgläubigkeit erwarb, endlich Döl- lingcr und dessen neueste Streitschrift. Diese Fünf treten in dem Werke in ihrer Eigenschaft als Advocaten auf. Die Lehre der katholischen Kirche schöpft es zunächst aus den Decrcten der Synode von Tricnt und dem iridentinischcn Glaudens- bekenntniß, dann aus dem Latec-dismus Romanus, endlich aus den durch ökumenische Concilien mit päpstlicher Zustimmung als orthodox anerkannten Lchrmcinungm vortrientinischer Kirchenväter und Scholastiker. Das Ganze zerfällt in drei Bücher, deren erstes sich mit der römischen Lehre von der Kirche und den Begriffen Katholicismus, Einheit und Unfehlbarkeit der Kirche, mit deren Privilegium allein selig zu machen, der Stellung Roms zur Tradition uud zur Bibel, den Dogmen vom Priesterthum und Cölibat, endlich mit dem Papst als Pontifex Marimus und als weltlichem Herrscher beschäftigt. Das zweite, Buch hat es dann Mit der Hcilslehre