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Die Zustände in Preußen.
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Die Zustände in Preußen.

In dem Kampf der Gegensätze, welcher seit dem Schluß der Sommer session durch Demonstrationen fortgeführt wurde, ist eine Pause eingetreten. Die Abgeordneten der Majorität sind in ihrer Heimath von den Wählern freudig begrüßt worden, haben ihren Bericht abgestattet und bereiten sich durch Korrespondenz und stille Berathungen auf den Streit des nächsten Jahres vor. Die Deputationen, welche durch die Junkerpartei an das Hvflagcr des Königs be­fördert wurden, hängen langsam ihre Fest, öcke an den Nagel und suchen sich jetzt gegen die Angriffe zu wehren, mit denen ihre Nachbarn nicht sparsam sind.

Aber die letzten Wochen seit Entlassung des Abgeordnetenhauses sind bedeutsam für die nächste Zukunft Preußens geworden. Eine conservative Mi­norität hat sich fest vrganisirt und gerüstet, das gegenwärtige Ministerium zu erhalten, an ihrer Spitze die Hofpartei, die große Mehrzahl der höheren Ossiziere, eine Anzahl Beamter und die Stimmführcr des Landadels. Kleist- Netzow ist jetzt einer von den stillen Nathgcbcrn der Krone Preußens gewor­den. Und das Königthum in Preußen hat sich aller Vortheile, welche das Ver­fassungsleben der Krone darbietet, selbstwillig begeben, König Wilhelm hat sei­nen persönlichen Willen in der entschiedensten und ungewöhnlichsten Weise gegen die Majorität seiner Volksvertreter geltend gemacht, er selbst hat sein Volk aufgefordert, zwischen königlichem und parlamentarischem Regiment zu wählen. Und er hat dadurch dem politischen Kamps eine neue Grundlage und neue Zielpunkte gegeben.

Es handelt sich in Preußen jetzt durchaus nicht mehr um die Militär- vrganisation und zweijährige Dienstzeit, sondern darum, ob das Regiment nach dem zufälligen Willen der Majestät und nach den Einwirkungen der königlichen Umgebung, oder ob dasselbe in gesetzlichen Formen durch die Uebereinstimmung der Volksmajorität mit den höchsten Beamten der Krone geleitet werden soll.

Die Bemühungen des Königs, durch persönliche Einwirkung aus Einzelne die Herzen seines Volkes für einen Lieblingsplan zu gewinnen, werden sich als vergeblich erweisen. Der Preuße weiß recht wohl, daß sein König bei diesem gewagten Versuche nicht seinen eigenen Vortheil, sondern den des Staa­tes vor Augen hatte; es ist dem Preußen gar nicht gleichgültig, wenn man in ganz Europa die Parteinahme seines Königs für Unpopuläres mit dem egoisti­schen Widerstand des Kurfürsten von Hessen gegen die Verfassung auf gleiche Linie stellt; ja der Preuße gibt zu, daß sein König Beharrlichkeit und festen