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General Wilhelm von Willisen : aus den Tagebüchern desselben. 3.
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muthigender, als man erwarten konnte. Zu Hunderten blieben sie an der Strafe liegen, und in fast aufgelöstem Zustande erreichten die Compagnien ihre Quartiere. Ich ließ mehre Bataillone in Schleswig an mir Vorbeimarschiren und war über ihr Aussehen wahrhaft erschrocken. Es schien mir völlig unmög­lich, sie so ungeübt und unfähig im Ertragen von Fatiguen einer Aufgabe ent­gegenzuführen, deren Gelingen vor Allem in der Fähigkeit lag, große und schnelle Märsche zu machen und doch noch mit der Kraft zu energischem Angriff an den Feind zu kommen. Wollte ich mich mit Aussicht auf Erfolg zwischen die getrennten Theile des dänischen Heeres werfen, so mußte die angestrengte Bewegung noch für die nächsten Tage fortgesetzt werden. Alle Führer erklärten das für gewagt, und ich selbst empfand schwere Bedenken, wenn ich an die Möglichkeit eines schnellen Rückmarsches dachte."

So änderte ich meinen Entschluß, gab die Offensive auf und beschloß, in der Stellung von Jdstedt den feindlichen Angriff abzuwarten und aus ihr her­aus entweder niit einem kurzen energischen Stoß, der die Eigenschaft, welche meiner Truppe fehlte, nicht in Anspruch nahm und, nur auf der fußte, welche ich ihr zutraute, Tapferkeit nämlich, dem Gegner bei passender Gelegenheit in die Parade zu stoßen oder, wenn sich diese Gelegenheit nicht fände, in der Stellung eine reine Defensivschlacht zu liefern. Nach Allem, was ich später erfahren, muß ich diesen Plan noch heute für vollkommen richtig bezeichnen." (Schluß in nächster Nummer.)

Zwei Briefe G. E. Lcssüigs an C. F. Weiße.

Die folgenden beiden Briefe Lessings., an Christian Felix Weiße sind bis­her noch nirgends gedruckt. Sie wurden uns durch die Güte des Herrn Pro­fessor C. H. Weiße in Leipzig, der bekanntlich ein Enkel von Christian Felix, zur Veröffentlichung überlassen. Kenner des Lebensgangs Lessings werden sich dieselben leicht in die Lücke einordnen können, welche sie ausfüllen sollen. Orthographie und Jnterpunction des Originals wurden selbstverständlich bei­behalten.

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Liebster Freund,

Es war eine Zeit, da Sie den Verfasser dieses Briefes ihrer Freundschaft

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