Beitrag 
Das preußische Abgeordnetenhaus und die Militärfrage.
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

mehr als vollauf zu thun haben, die Ausbildung der Mannschaft zu bewältigen und dabei die eigene Feldtüchtigkeit zu bewahren. Die Zahl der Unter­offiziere und Offiziere, schon jetzt kaum ausreichend, wird beider besten Methode sie selbst zu ziehen und bei der volkstümlichsten Organisation nach einer so beträchtlichen Vermehrung der Mannschaft nicht ausreichen. Das alles sind sehr nahe liegende Betrachtungen, die Jedermann in Preußen anzustellen vermag. Es ist in der Ordnung, daß die Opposition jetzt keinen Grund hat, dergleichen Erwägungen auszusprechen, aber sie würde sich selbst in gefährlicher Weise ihre Zukunft bedrohen, wenn sie in der guten Stunde eines Compro- misses die Kosten und die Vermehrung' der Cadres zum Mittelpunkt eines Widerstandes machen wollte.

Der Uebelstand der neuen Heeresvrganisation ist im Ganzen betrachtet nicht der, daß sie zu viel, sondern daß sie zu'wenig gefordert hat, daß sie noch nicht genug leistet, um den Preußen die volle Waffentüchtigkcit zu geben, und daß den »maßgebenden Gesichtspunkten die Größe gefehlt hat, welche Wärme und Sympathien des Volkes aufzuregen vermag.

Das freilich sind Erwägungen und Wünsche für die Zukunft. Was zu­nächst geschehen wird, ist ganz unberechenbar. Ein Eingehen der Regierung auf die Wünsche des Volkes ist zur Zeit noch höchst unwahrscheinlich. Mit kleinen Concessionen aber ist gegenwärtig eine-Versöhnung nicht möglich. Was aber auch geschehen möge, wir in Deutschland haben das feste Vertrauen, daß die Parole des preußischen Volkes bleiben wird: loyal, aber fest.

Neue Nachrichten aus dem Mormmmilaiide.

Wir haben in frühern Jahrgängen") ausführlich über die Geschichte und die Lehre der Mormonen berichtet, und später noch Auszüge aus dem Berichte Dr. Schiels über seinen Besuch in Utcch gegeben. Seitdem sind in Remys Vo^ags au äss Normons" (Paris, 1860) und. in Burtonsllnz (Atz? ok tue Zg,ilit8'' (London, 1862) neue Mittheilungen über dieses merkwürdige

Im 14. Jahrgange der Grcnzboten.