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Die neueste deutsche Kunst. 3. : Das genreartige Geschichtsbild. Der Idealismus. Das Sittenbild.
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Die neueste deutsche Kunst.

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Das genre artige Geschichtsbild. Der Idealismus. Das

Sittenbild.

Der geschichtlichen Bilder, welche durch ihren Inhalt den Anforderungen der Aesthetik an die historische Kunst entsprechen, gibt es natürlich nur wenige. Die einschneidenden geschichtlichen Momente sind der Natur der Sache nach in den Gang der Begebenheiten nur sparsam eingestreut; und sind sie überhaupt, wie wir gesehen, durch die bildende Phantasie nur schwer zu fassen, so ist zu­dem eine nicht geringe Anzahl derselben schon durch die Ungunst-der äußern Bedingungen für den Künstler unbrauchbar. Nur zu oft zerfällt der Borgang, obwohl er in der Borstellung straff und zusammengefaßt erscheint, in verschiedene untrennbare und doch der Anschauung nicht zusammengehende Momente, be­wegt sich in gebrochenen, zerdrückten Culturformen, verläuft in Kanzleiacten oder friedlichen Versammlungen und was dergleichen mehr ist. Ob damit im Zu­sammenhang steht, daß Maler, wie Menzei und Leutze. die sich durch die Dar­stellung historischer Motive einen Namen erworben, in den letzten Jahren nichts Derartiges hervorgebracht haben, bleibt dahingestellt. Leutze hat den Erwar­tungen nicht entsprochen, die sein Uebergang Washingtons über den Delaware rege gemacht hatte. Man fand die spätern Bilder genrehaft behandelt; die Virtuosität der Mache drängt sich einseitig hervor, in seinemCromwell bei Milton" ist eine Absichtlichkeit der Empfindung, welche die Gestalten matt, ausgehöhlt und künstlich belebt erscheinen läßt. Auch Menzels Talent ist im Genre, das geschichtliche Personen in gattungsmäßigen Zuständen vorführt, mehr zu Hause, als im eigentlichen historischen Bilde; auch ihm kommt es mehr auf eine eigenthümliche, die Bewegtheit des äußeren Lebens frappant packende Dar­stellungsweise als auf gehaltvolle Auffassung an. So scheint von dieser Seite die historische Kunst wenig mehr hoffen zu dürfen.

Was die monumentalen Gemälde im Treppenhause des Berliner Muse­ums betrifft, welche den Charakter und die Bedeutung der weltgeschichtlichen Epochen selber zur Anschauung bringen wollen, so ist schon Bieles dafür, Man­ches dagegen geschrieben; selbst wenn ein abschließendes Wort möglich ist. bat die Kritik mit demselben bis zur Bvllendung des Ganzen zurückzuhalten. Dar­über indessen, daß die Nachwelt in den Bildern eher ein Zeugniß für die geist-