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Die Reformation in England.
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Im Mai 1533 war Anna Boleyn gekrönt. Drei Jahre später, am 19. Mai 1536. siel ihr Haupt auf dem Schaffet. Mit der Darstellung ihres Processes schließt der bis jetzt vorliegende Abschnitt des Froude'schen Werkes. Die grauenhaften Anschuldigungen, welche gegen Anna erhoben wurden, sind besonnt. In späterer Zeit ist die Frage über Anna's Schuld oder Unschuld eine Parteifrage zwischen Katholiken und Protestanten geworden. Froude hat seine Erzählung ausschließlich auf officielle Urkunden und auf die Berichte der Zeitgenossen begründet. Er ist von Anna's Schuld überzeugt. Wenigstens die Unwahrscheinlichkeit, daß siebenundzwanzig der vornehmsten Pcnrs des Reiches und' mehr als fünfzig angesehene Männer sich wissentlich an einem furchtbaren Justizmord sollten betheiligt haben, hat er genügend nachge­wiesen.

Vor Kurzem hat auch Ranke eine Darstellung der englischen Geschichte im Zeitalter der Reformation geliefert. Ihm ist es, seiner bekannten Weise entsprechend, die Hauptsache, die Einwirkungen zu verfolgen, welche England auf die europäischen Verhältnisse ausübte und welche es von diesen empfing. Froude dagegen hat sich vorgesetzt, eine Specialgeschichte seines Vaterlandes vom Beginn der Reformation bis zu ihrer gesicherten Durchführung zu schrei­ben. Er verfolgt auch die Entwicklung der innern Zustände mit der den eng­lischen Historikern eigenthümlichen Vorliebe für das Detail; er-schildert mit breiter Farbengebung, zuweilen vielleicht etwas zu ausführlich. Aber durch eine welthistorisch so bedeutende Zeit wie die Heinrichs des Achten, der ka­tholischen Maria und der jungfräulichen Elisabeth wird auch der nichteng- lischc Leser einem so kundigen Führer gern und aufmerksam folgen.

Museen und Alterthümer iu Griechenland.*)

Mn so ss mi spivZo. Im Jahre 1799 kam Lord Elgin als englischer Gesandter nach Constan- tinopel. Vergeblich hatte er sich bemüht das Interesse der britischen Regie­rung auf die Kunstschätze Griechenlands zu lenken, welche durch die schwersten Katastrophen, wie die Belagerung der Vencticmer im Jahre 1687, und durch die fortgesetzten Beschädigungen der Türken, welche das schöne Material zum

"1 Wie aus den Tageblättern bekannt, ist erst vor Knrzem wieder, vom preußischen Ministe­rium unterstützt, eine Expedition deutscher Gelehrter, Bötticher und Curtius, nach Griechenland ge­reist, um an den dortigen Alterthümern, namentlich den Resten der Pallastcmpels, Studien zu ma­chen, und überhaupt sind die Antiquitäten Griechenlands von der deutschen Wissenschaft noch nicht so vollständig ausgebeutet, als Mancher annehmen mag. D. R.