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das Bild des Wolfes mit einem Schaf im Rachen als Helmschmuck. Als dem alten Wolf das Gebiß ausgebrochen war, und er gegen Handgelöbniß auf seiner Beste saß. im engen Gewahrsam. da begann er selbst um seine Rinder und Schafe zu sorgen, er war thatsächlich bereits ein moderner Gutsbesitzer geworden, der den Ertrag seiner Aecker steigerte und die Gesellschaft kluger und unterrichteter Leute suchte. Aber auf den Abenteuern seiner Reiterzeit lag ihm noch ein verklärender Schein, und wir dürfen annehmen, daß er einem jungem Geschlecht, das unter ganz veränderten Culturverhältnissen heranwuchs, gern von seinen nächtlichen Ritten erzählte, und wie wacker und unbändig er sich mit aller Welt gerauft hatte.
Und wie er selbst, so sahen seine Standcsgenossen bis in das nächste Jahrhundert herein ihr ganzes Leben in zweifachem Lichte. Sie waren in Wirklichkeit sämmtlich auf dem Wege Gutsbesitzer zu werden. Was' sie durch Beute und Reiterzüge etwa noch einmal erwerben konnten, war weniger, als was sie dabei auf das Spiel setzten. Sie standen bereits als Grundeigenthümer in sehr modernen Fehden, in Processen um Mein und Dein beim Kammergericht oder vor den Gerichten ihres Landesherrn, sie fanden m ihren Gemeinden bereits eine Autorität, welche sie in ganz anderer Weise zu berücksichtigen hatten, als im Anfange des Jahrhunderts. Denn an die Stelle der armen und rohen Dorfpfaffen waren bei jeder Partei der Kirche Geistliche getreten, welche höhere Bildung besaßen und größere Ansprüche machten. Auch die Junker hatten zu besorgen, daß der Geistliche ihnen in das Gewissen sprach und auffallende Verstöße ihres Lebens an heiliger Stätte vor den Ohren ihrer Bauern vcrurtheilte. Ja unter ihren Bauern waren solche nicht mehr selten, welche lasen und schrieben, einen kleinen geistlichen Tractat studirten und über den Glauben ihres Herrn ernsthafte Betrachtungen anstellten. Die Edelleute selbst waren durch die große Aufregung der Reformationszeit gezwungen worden, weit andere Nachrichten mit Interesse zu hören, als die, daß ein Sammtballen von Nürnberg oder Pfeffersäcke von Augsburg unterwegs seien, sie selbst hatten leidenschaftlich Partei genommen für und gegen Luther, für und gegen die Nonnen, für und gegen den Kaiser, sie hatten sich um die Lehre vom Abendmahle gekümmert, und waren ernstlich bemüht, jüngere Söhne am Hofe eines Landcsherrn in etwas Latein oder Französisch unterrichten, vielleicht sogar studiren zu lassen. So wenig ausführlich Götz von Berlichingen den letzten Theil seines Lebens beschreibt, so ist doch sehr deutlich zu erkennen, wie vollständig er diese Wandelungen durchgemacht hat.
Nicht der jugendliche Reiter Götz ist es. der uns den größten menschlichen Antheil einflößt, sondern der alte bedächtige Mann, der sich noch im Winter des Jahres 15K2 über die Handschrift beugt, in welcher er seinem lieben Freunde Feyerabend, dem Bürger von Heilbronn, einem Sippen des großen Buchhändlergeschlechts, von seiner ungevändigten Jugend berichtet.
Berliner Brief.
Berlin 24. Febr.
Der Lärm, der durch den groszdcutschen Notenangriff veranlaßt war, klingt noch nach. Der Angriff ist sogar noch verstärkt worden, da neuerdings auch Mei-