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rige Erdenstellung, die voll von Versuchungen und Gefahren war, mit ruhiger Würde und männlicher Weisheit behauptet. — Wir Deutsche aber denken sein mit Selbstgefühl ud warmer Empfindung. ?.
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Berliner Briefe.
15. December.
Der Ausfall der Wahlen ist noch fortwährend das Thema, mit welchem sich hier die politische Reflexion beschäftigt. Zunächst mußte man sich die Veränderungen, welche in der Stärke der einzelnen Parteien eingetreten waren, vergegenwärtigen. Soweit sich diese Zahlcnvcrhältnisse schon vor cickt Tagen übersehen ließen, haben wir dieselben angegeben. Eine schließliche Zusammenstellung der Wahlergebnisse zeigt uns folgendes Resultat: Die altliberale oder constitutionelle Partei wird zwischen 150 und 100 Stimmen zählen; der Fortschrittspartei gehören etwa 100, den Ultramontancn zwischen 50 und 60, den Polen 23 und den Feudalen 15 Stimmen. Etwas Schwankendes wird bis zum Zusammentritt der Kammer diesen Angaben immer anhaften, weil namentlich die Grenze zwischen den Altliberalcn und der Fortschrittspartei sich nicht mit vollkommener Sicherheit ziehen läßt. Indeß der allgemeine Charakter der Kammer ist bereits unverkennbar. Die Altliberalen bilden die zahlreichste Partei, aber für sich allein können sie nicht über die Majorität gebieten. Sie sind also darauf angewiesen, sich mit einer anderen Fraction zu verständigen. Naturgemäß kann dies nur die Fortschrittspartei sein. Denn mit den Polen oder Ultramontanen ist kein Mndniß zu schließen; die Feudalen aber können schon ihrer geringen Zahl wegen nicht in Betracht kommen, auch wenn ein eine Verständigung mit ihnen zu denken wäre. Aus dieser Sachlage ergibt sich, daß der Schwerpunkt der Kammer bedeutend nach links verschoben ist. Auch die altliberale Partei selbst, obgleich sie zum großen Theil wieder aus Mitgliedern der Fraction Vincke besteht, hat doch eine Veränderung erfahren, welche ihr einen unabhängigeren Charakter gcgeben hat. Die Fraction Vincke, welche die Hauptstütze des liberalen Ministeriums bildete, war natürlich liberal und ministeriell zu gleicher Zeit. Aber bei den einzelnen Mitgliedern der Fraction waren diese Eigenschaften verschieden accentuirt. Ein Theil war aus Liberalismus ministeriell; ein anderer Theil war aus Ministcrialismus liberal. Die Ersteren unterstützen das Ministerium aus freier und unabhängiger Ueberzeugung; aber eben deshalb gibt es für sie eine Grenze, über welche hinaus sie dem Ministerium nicht folgen würden. Auf die Letzteren kann das Ministerium ziemlich unbedingt rechnen; aber ihre Unterstützung ist nur von geringem Werth, weil sie bei einem etwaigen Wechsel des Ministeriums