446
zil IN,!-,!^! tini .intn^K'.-./tSS -i'.ch>!m!Ä'!'?s.>') ri'j-j ' .-i'Nii Ii^st,'»-!
ÄiÄ^V-»nHv ^«m''^i^5',M?'^ >6 ^,i,lju'N>? .itto^s-'ttH»)'!^^''
^l-I^Iilttfi^IV^ 'm!:,:^-!' - !t».< i!.!> ' / 'Nl'gwlS
Böhmische Weihnachtsbriiuche.
Wir haben in diesen Blättern wiederholt schon die deutsche Weihnachtswelt mit ihren seltsamen Gestalten und Gebräuchen, ihrer eignen Stimmung, ihren zu Heiligen oder Possenreißern gewordenen Göttern.und ihrem ganzen wunderlichen Spuk und Zauber zu schildern versucht. Wenn wir dem im Nachstehenden ähnliche Bilder aus Böhmen folgen lassen, so veranlaßt uns dazu zunächst der Umstand, daß sich hier die beiden Arten, auf welche das Fest begangen wird, die christliche, welche die Krippe des Christuskindes, und die aus dem Hcidenthum stammende, welche den lichterbesteckten Tannenbaum zum Mittelpunkt hat, neben einander erhalten haben und sich hier und da mit einander mischen.
Das Material liefert uns der „Festkalender aus Böhmen" des Freiherrn von Reinsberg-Düringsfeld*). in welchem die, welche Ausführlicheres wünschen, eine Fülle von Detail zusammengetragen finden.
Wie im Norden und Westen Deutschlands gehen auch hier dem Weihnachtstage gewisse Vorboten und Herolde voraus, vorzüglich, um die Kinder zu schrecken oder zu beschenken. Wie dort der Pelzmärten, ^der Ruhklas. der Ruprecht und der Schimmelreiter in den Dörfern spuken, Erinnerungen an den Umzug des alten Wuvtan, so hier mehr solche possenhafte oder schauerliche Gestalten, welche an die Göttin Perckta erinnern. Während unter den Deutschböhmen noch wie im Meißnischen der „Knecht Ruprecht" in seiner Eigenschaft eines Dieners des heiligen Christ in der Woche vor dem Feste umherwandert, sich in den Familien nach dem Betragen der Kinder erkundigt, sie beten läßt, die guten mit Aepfeln und Nüssen beschenkt, die unartigen mit der Ruthe bedroht, vertritt dessen Stelle in der Gegend von Ncu- huus die „Lucka", d. h. Lucia, ein Bursch in Frauentracht und mit einem aus Spähnen und Tüchern gebildeten iangschnabeligen Vogclkopf, der wie jener an die guten Kinder Obst austheilt, die bösen aber mit seinem Schnabel hackt, und von dem sogar, wie von der thüringischen Pcrchta, das Gerücht geht, daß er unfolgsamen Buben nnd Mädchen den Bauch aufschneide und statt der Eingeweide Stroh und Steiue hineinstopfe. Bezeichnend ist, daß die Legende den Namen der heiligen Lucia von lux ableitet, womit die Bedeutung des Namens Perchta zusammenfällt.
Neben diesen Umzügen verdunkelten Heidenthums gehen in der Reichen-
-) Prag, Verlag von I. L. Kober. 1861. Die Schlußiiefcrung ist soeben erschienen.