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Berliner Briefe.
Seite
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daß man hier einem Schuster ein sicheres Durchfallcn bereitet^, sollen die Zunft­meister für die Reaction stimmen-, wo aber die Junker einige Chancen haben, da stellen sie kcine Schuster als Canlidcitcn auf. Sonst ist von der rcactioncucn Liste höchstens noch ein gewisser Bcrgrath Schmidt zu erwähnen, welcher sich den Herren wahrscheinlich dadurch empfohlen haben wird, daß er kürzlich seinen Arbeitern die Sammlungen für die deutsche Flotie verboten uud die unter ihnen circulirendcn Subscrivtionsbögcn zerrissen hat. Neben' dem Marincministcr von Roon nimmt sich dieser Herr sehr passend aus. Bemerkenswert!) ist noch, daß Gras Bcrnstörff, welchen die Reaction früher auch als Candidaten aufgestellt hatte, jetzt nicht mehr auf ihrer Liste figurirt. Der Herr Minister des Auswärtigen scheint sich die Ehre verbeten zu haben. o.

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Nachtrag zu dem Artikel: Die wcstfttlischeu Fehmgenchte. "

Zudem Aufsatze, welcher in dieser Zeitschrift,.Seite 340^-43 .abgedruckt ist, möge die Bemerkung gestattet sein., daß die Schwurgerichte als Nügegerichte bis zur Vollstreckung, des NcichsdcputationS-Hauptschlusses im Jahre 180? gedauert ha­ben. In Dortmund wurde das Gericht >,am, Freistuhl,-,MNter .der Linde" jährlich viermal jge.hcgt: am Dienstag nach Heiligen Drei-Könige, am zweiten Dienstage nach^Ostern, am Mittwoch nach Mittsommer und am Dienstag nach Lamberti. Die Gerichtsbarkeit erstreckte sich in Nügcsachen über die Bewohner der 14 Dörfer, welche zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts zu der,Grafschaft" gehörten. Von jeder Hosstelle dieser Dörfer mußte ein Mann zu allen Gerichtstagen erscheinen. Eine Ausnahme galt für die Bewohner der Brambau.erschaft,. welche nur um dritten Gerichtslage zu kommen brauchten. Das alte Verfahren ist in seine» Hauptzügen noch in den geringsten Verhandlungen nachweisbar, auch das blanke Schwert spielte dabei eine Rolle. Wenn das Gericht gehegt und die Rügesälle (die Fragen) ange- meldct waren, sprach der Fronbote: i.-nl-i-,^ ;

Alle de unner düscm Swerte ston,

De sind düsem Swerte unterthon!

Wc klagen well; de klage vast! " schwang das Schwert über den Umstand, und steckte es wieder bei. Das letzte Fchmgericht hat der Freigraf ZachariaS Löbbecke am Dienstage nach Heiligen Drei- Könige 1303 gehalten. Löbbecke starb in einem Alter von sast hundert Jahren 1327. Der Fehmstuhl unter der Linde steht heute noch auf dem bergisch-märkischen Bahnhofe. An dieser Stelle steht er aber erst seit. 1544; vordem stand er weit mehr nach Westen, fast an der Vichgasse. Da seine setzige Stelle Nichts mit der hvchberühmtcnheimlichen Fehme" zu thun hat, so hatte man eigentlich keine Ur­sache, bei Anlage des Bahnhofes sie, wie geschehen ist, zu schonen. Für den stei­nernen Tisch mit dem Adler und die Bank hätte sich wol anderswo eine schickliche und wenigstens zugängliche Stelle finden lassen. , Näheres über das Dortmunder Gericht bei B. Thiersch,. Geschichte von Dortmund. Dortmund. 1854. - Dortmund, 25. Nov. 1861. H. Becker.

' Verantwortlicher Redacteur: Or. M o ritz Busch.. Verlag von F. L. Herdig. Druck von C. E. Wert in Leipzig.

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