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Cupitol zurück, so nimmt sich dasselbe aus der Ferne gesehen, in der That mit seinen weißen Quadermauern, seinen drei großen Kuppeln, seiner Breite von 750 und seiner Höhe von 250 Fuß. seinen Terrassen und Balustraden ungemein stattlich aus. Von nahe betrachtet, will es in Einzclnheiten weniger gefallen. Die Hauptfrontc ist. die östliche. Dieselbe zeichnet sich durch eine tiefe korinthische Säulenhalle aus. zu der eine doppelte Treppe hinaufführt, und über der sich die große Hauptkuppel wölbt. Die Statuengruppen, welche die Treppe und das Portal zieren, sind von sehr geringem künstlerischen Werth. Dagegen macht die große Rotunde, in die man von hier aus gelangt, und welche, von der Kuppel überwölbt und beleuchtet, sich über die ganze Breite des Hauptgebäudes erstreckt, einen wirklich großartigen Eindruck. Die pcrpendiculären Wände der Rotunde sind mit acht ziemlich mittelmäßigen Gemälden bedeckt, welche die Hauptereignisse des Unabhängigkeitskriegs darstellen. Wenden wir uns nach dem Eintritt in diese Kuppelhalle links, so gelangen wir durch eine Thür in das Repräsentantenhaus, einen halbkreisförmigen Saal mit gewölbter Decke. An den Wänden befinden sich Säulen von polirtcm Stein, zwischen denen die Zuhörergalerien hinlaufen. Der Sitz des Sprechers nimmt den Mittelpunkt der einen Wand ein und hat sich gegenüber eine von kleineren Säulen getragene Galerie, die zur Aufnahme solcher Personen bestimmt ist, welche von Mitgliedern des Hauses eingeführt sind. Die Sitze der letzteren gehen vom Stuhl des Sprechers nach den großen Säulen hin, wodurch dem Tische des Clerks gegenüber ein offner halbkreisförmiger Raum entsteht. Der Saal sieht gut aus, eignet sich aber übel für seinen Zweck, da er viel zu groß ist, als daß ihn die Stimme der Redner ausfüllen könnte. Das auf der andern Seite der Notunde gelegene Zimmer des Senats gleicht im Allgemeinen dem Saal der Repräsentanten, doch ist es Heller, und, da es weit kleinere Dimensionen hat, viel besser geeignet, die Zwecke eines Raums für öffentliche Verhandlungen zu erfüllen.
Nicht unerwähnt darf bei einer Uebersicht über die Bauten Washingtons das Smithsonsche Institut bleiben, welches auf einem Platze westlich vom Capital und südlich von der Pennsylvania-Avcnue steht. Dasselbe ist im romanischen Styl aus rothem Sandstein erbaut, 450 Fuß lang. 140 Fuß breit und mit neun Thürmen geschmückt, und verdient das Lob, ebenso zweckmäßig als schön zu sein. Es enthält die berühmte Stiftung des Engländers James Smithson. der 120.000 Pfd. St. „zur Förderung und Ausbreitung des Wissens unter den Menschen" anwies, eine Bildergalerie, ein naturhistorischcs Museum, eine reiche Büchersammlung und einen Saal für Vorlesungen, der gegen zweitausend Zuhörer saßt.
Die Bildhauerkunst hat zur Ausschmückung Washingtons sehr reichlich bei-