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Schritt nähcr gekommen. Es handelt sich darum, das 7, 3, 9. und 10, Armce- corps, welche nach dem preußischen Vorschlag im Kriegsfall an Oestreich und Preußen angegliedert werden sollten, als selbständige Militärmacht zu constituircn, nicht bloß sür den Kriegsfall, sondern bereits im Frieden.
Wir glauben nicht, daß die preußische Regierung auch nur einen Augenblick gemeint sein kann, die Constituirung einer großen Militärmacht, die sich zwischen die beiden Haupttheile des preußischen Staats legt, als vereinbar mit dem Fortbcstand des Staats gelten zu lassen. Eben fällt uns eine frankfurter Korrespondenz von Daily News in dic Augen, in welcher mit dürren Worten behauptet wird, diese Entwürfe seien das Resultat einer Verschwörung, Deutschland in dcr Weise des alten Rheinbundes .umzugestalten. Aus welches Material diese ungeheure Anklage sich stützt, davon haben wir keine Ahnung: wir hoffen vielmehr zuversichtlich, daß sie sich als gänzlich aus der Luft gegriffen erweisen wird. Aber Eins ist nicht ans dcr Luft gegriffen.
Gleichviel, was für Absichten diejenigen haben, die an dem Zustandekommen des neuen Militärstaats arbeiten: — wozu er führen muß, wenn er wirklich zu Stande kommt, liegt klar vor Augen.
Man hat häufig über die Rivalität zwischcn Prcnßen und Oestreich geklagt; sie war vorhanden und begreiflich, da zwei wirklich selbständige Staatskörper, künstlich an einander gebunden, sich stets gegenseitig reiben und hindern. Aber diese Rivalität blieb innerhalb gewisser Schranken und konnte nicht leicht zu einer Gefahr sür Deutschland werden, denn sie bezog sich nur auf den Einfluß der beiden Staaten, nicht auf ihr Eigcnthum; beide Staaten lagen geographisch unabhängig von einander; keiner durste vom andern etwas begehren.
Anders wäre es mit dem projectirtcn militärischen Svndcrbuud. Die Rivalität desselben gegen Preußen würde eine tödtlichc sein, denn sie bezöge sich ans den Lebensnerv dieses Staats. Wenn also die Urheber des Plans auch von ganz patriotischen Motiven ausgehen, wenn sie durch ihn einer Zcrspaltuug Deutschlands vorzubeugen glauben, so führen sie durch ihn gradc das herbei, was sie vermeiden wollen; ja es wäre dic größte Gefahr, welche jemals über Deutschland geschwebt hätte.
Die preußische Regierung aber möge sich sorgfältig folgende Frage überlegen: "-" Was für Mittel haben wir, diesem Plan, dcr uns aus der Reihe der Großmächte entfernen würde, vorzubeugen? — Die Antwort liegt nicht so auf dcr Hand, wie es sich die unbegreifliche Geistesträgheit und Gedankenarmut!) in Berlin vielleicht einbildet. t 1'
Der Erfolg der Sammln»,!, für die Schleswig-Holsteiner.
Die dicßjährigcn Sammlungen für dic vertriebenen Schlcswig-Holsteiner haben °">m ungewöhnlich reichen Ertrag ergeben. Nach dem Nechcnschastsbcricht des Haupt- Vereins betrug die Einnahme am Schluß der Ncchnungsbüchcr 13,620 Thlr, 1,4'/- Sgr,, wozu später noch 225 Thlr, kamen. Die Ausgaben beliefen sich auf 9124