Aus VlMlllligeil's und Heines Nachlaß.
Es wäre sehr wünschenswert!), daß der reiche Nachlaß Varnhagen's möglichst geordnet herauskäme. Er hat während seines Lebens sowol seine Denkwürdigkeiten wie seinen Briefschal), die belde in ihrer Art ein Ganzes bilden, in fragmentarische Mittheilungen verzettelt. Die Denkwürdigkeiten scheinen nun bei der neuen Ausgabe wirklich nach der Zeitfolge zusammengestellt zu werden; mit den Briefen aus dem Kreise der Nahel sollte dasselbe geschehen; die Notizen Varnhagen's über einzelne Persönlichkeiten könnten am betreffenden Ort eingeschaltet, oder auch in einem Nachtrag vereinigt werden.
Die gegenwärtigen Herausgeber scheinen es anders zu beabsichtigen; wenigstens ist , so eben der Briefwechsel zwischen Rahel und David Veit, der bisher halb in der „Gallerte," halb im „Buch des Andenkens" stand., einzeln herausgekommen (2 Bde.. Leipzig, Brockhaus). , Dagegen ließe sich an sich nichts einwenden, denn der Inhalt und Umfang dieser Korrespondenz 'st umfassend genug. um ein Buch für sich zu bilden: er schildert bekanntlich die Weimar^Iena-Periode von 1793-1795. wie sie sich in aufgeweckten unbefangenen Seelen spiegelte, und namentlich Veit's Erzählungen von Goethe haben ein um so größeres Interesse, da er augenscheinlich viel getreuer als Eckermann — und in einer "viel wichtigeren Zeit - Goethe's Worte aufzeichnet. — Aber wie soll es mit der übrigen Korrespondenz werden? Soll ^inckmann. Mcnwitz. Gcntz. Varnhagen. FoucM und wie sie alle heißen, i^cr seinen eignen Band haben? Zum Theil würde das nicht einmal buchhändlerisch angehen, und dann verlöre man von der Hauptperson, von Rahel. die innere Entwickelung, die denn doch wenigstens teilweise stattfand, ganz aus den Augen. Es wäre noch nicht zu spät, zu der richtigen Methode zu.ück- Sukehren und den gesummten Briefwechsel Nahel's in chronologischer Folge 5" geben. Abgesehen von den vielen Wunderlichkeiten, die darin vorkommen, bleibt es doch immer ein Schatz für Jeden, der sich um das Werden unserer Literatur kümmert.
Begieriger werden die meisten Leser nach der zweiten Mittheilung „aus varnhagen's Nachlaß" greifen: Tagebücher von Fr. v. Genp (Leipzig. Gr-nzboten II, 1861. . ^