107
Glück und Unglück Stütze und Rückhalt bieten würde, müssen wir erstreben und erreichen." — Das ist doch noch ein Wort! Und wie gern und freudig wollten wir die Hand dazu bieten! —
Daß wir geistig den Ocstreichern nicht so fernstehen, wenn wir uns nur politisch einander nicht verwirren, sehen wir u. a. aus einem: „in der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien nicht gehaltenen Vortrag: das Historische und seine Berechtigung in der Politik;" eine der geistvollsten Abhandlungen über diesen Gegenstand, die uns vorgekommen sind.
Nun aber noch eine heikle Sache, die „eine Stimme aus Bayern" hervorhebt: die östreichische Valuta von Friedrich Feustcl (Bayrcuth. Giessel). „Daß Oestreich, schließt der Verfasser, wenig oder gar keine Sympathie mehr in Deutschland besitzt, ist ein Factum, über das sich gar nicht streiten läßt. Noch Vertrauen auf Oestreich haben, kommt nach der Anschauung des größten Theils von Deutschland einem Glauben gleich, ähnlich dem, der Berge verletzen kann. Sollte aber dazu noch der Bankerott, jener schon im gewöhnlichen Leben gebrcindmarktc Zustand kommen, dann vollzieht Oestreich nn sich ein Urtheil, dessen Folgen schM genug sein werden." — „Wir wünschten, wir könnten die Feder weglegen mit der Ueberzeugung, daß der rechte Doctor gefunden wäre, daß die Cur mit Entschiedenheit begonnen würde. Wir müßten lügen, wenn wir solche Hoffnung heuchelten. Aber wie eine Pflicht für die letzten Freunde Oestreichs erschien es uns, zu sagen, was alle Spatzen auf/den Dächern zwitschern." —
Zu diesen Worten eines Freundes von Oestreich haben wir nichts hinzuzusetzen.
Südsllilnsche Pläne.
UMhmchsÄ f>-n-„h.ti 5^
Unter diesem Titel ist zu Wien im Verlag der typographisch-literarisch- artistischen Anstalt eine Denkschrift über die gegenwärtige Bewegung in der Herzegowina, Bosnien und Montenegro erschienen, die mancherlei interessante Mittheilungen über die dort vorbereitete Revolution enthält, und aus der wir im Folgenden einige Auszüge geben. Wir verbinden damit das hierher Ge»