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in, den Weissagungen des Alten Testaments und deren Erfüllung namentlich durch die Auferstehung. — Die Hauptsache ist aber: „man muß die Beweise der Religion selbst einsehn, selbst fühlen, selbst mit allen Kräften des Verstandes und des Herzens bejahen, wenn sie unsern Leiden widerstehn sollen," „Wie wir unendlich viele Drnge nicht wissen, so kennen wir auch nicht genau die metaphysische Weise, wie die göttliche Gnade uns erleuchtet, wie sie auf uns wirkt. Niemand aber wird ernstlich sich Gott ergeben haben, der die Wirkung der Gnade nicht ebenso entscheidend empfunden habe, wie er die Triebe der Lünde gefühlt hat. Das Feuer, womit die Gnade unsere Triebe zur Besserung beseelt, die Flammenschrift, womit sie die Erkenntniß unserer UnWürdigkeit in das Herz gräbt, das brennende Verlangen nach dem Gefühl der göttlichen Begnadigung, sind Empfindungen, deren-der Mensch bei allem sittsamen Genuß seiner Vernunft vollkommen fähig ist."
Denn sie sind da, und wo sie nicht da sind, hat man doch das Bedürfniß nach etwas Aehnlichem. — Haller war von dem allgemeinen Glaube» an die Güte der menschlichen Natur, wo sie sich selbst treu ist, ausgegangen; verbunden mit dem besondern Gefühl der Korruption seiner Umgebungen und der Schwäche seines eignen Herzens. Er suchte zuerst, wie später Rousseau, das Ideal in der Naturwelt; seine Jsolirtheit nöthigte ihn, das Ideal in der Gnade d. h. im Unbestimmten zu hoffen. Er fand es nicht, er blieb bis an den Tod im Unfrieden, — Die obigen Stelleu sind aus einer Zeit, wo bereits die Giau- bensphjlosophen sich regen: Lavater, bald auch Jacobi. Ueber ihre Beziehung znm Kirchenglaubcn haben wir schon Mehreres gesagt; wir behalten uns vor, darauf zurückzukommen. Julian Schnndt.
Literatur.
Briefwechsel und Gespräche Alexanders v. Humboldt mit einem jungen Freunde aus den Jahren 1847—1856 (Berlin, Franz Dunker) — „In unserm schreibenden, lesenden Deutschland," sagte Humboldt den 30. Juli 1856 zu seinem »jungen Freund, „hat ein Mensch wie ich das Unglück, als eine Art Wunder und Kuriosität betrachtet zu werden. Alle drängen sich an ihn heran, als ob er der "nzige Vertreter der Wissenschaft wäre. Hiezu kommt dann noch meine Stelle am Hofe, so daß ich nicht blos Briefe von wissenschaftlichen Menschen erhalte, sondern