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Lord John Russell un Schleswig-Holstein.
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ecssion Englands. Jcnc Erlasse sind illusorisch, wcil sie nur bcn geschlichen Sprach- zwang bei jenen Gegenstände» aufbeben uud dancbcn den dänischen Beamten über­lassen, denselben ans einem Umwege wieder hcrznstcllcn. Indessen zeigen jene Maß­regeln, wie sehr eine aufrichtige Eoopcration Englands die Verhältnisse Preußens zu Dänemark erleichtern könnte.

Diese zu erreichen würde für Preußen leicht sei». Es würde leicht sein, die eng­lische Negierung, welche sich nicmals durch Sympathien uud Antipathien bestimmen läßt, sondern welche ihren Interessen folgt, selbst zu ciuer activen diplomatischen Kooperation zu bestimmen, d. h. dazn, daß sie den übrigen europäische» Mächten in dcr schlcswig-hvlstcinischcn Angelegenheit das Gegengewicht hielt und Preußen uud Däncmark daher ciuaudcr allein gegenüberstünden.

Es wird nur daraus ankomme», daß der preußische Minister des Auswärtigen sich klar mache, daß das nächste uud dringendste Interesse Preußens in dcr endlichen ehrcnvoUcn^Erlcdiguug dcr schleswig-Kolstcinischcn (nicht dcr holsteinischen) Augclcgcn- hcit licgc, und daß wcnigstcns zunächst audcrc Iutcnsscn zurückzutrctcu habcu. Nach der Thronrcdc kann Niemand zweifelhaft sei», daß diese Auffassung zugleich dcm Willen des Köuigs entspricht.

Von der preußischen Grenze.

Wir haben wieder zwei politische Stichwortc zu airalysircn. Die Veranlassung gibt unsj das von drei ehemaligen Mitgliedern dcr dcmokratischcn Partci, Nod- bcrtus, l'on Berg und Bücher uutcrzcichnctc Manifcst. Dic allgcuieiuc Hal­tung desselben ist vv» den Blättcrn ihrcr chcmaligcn Partei bcrcits hinreichend gc- würdigt worden! wir hvffcn, daß diese Blättcr jctzt cinsch», wie bedcnklich es ist, Cvrrespondenzcn aufzunehmen, die, weil gcistrcich gcschricbcu, das Pnblicum amn- sircu, abcr cS auch verwirre», weil sie der allgemeinen Haltung des Blatts wider­sprechen. Dic Stichwortc, mit denen wir cs zu thun haben, sind folgende.

Oestreichs Bcsitzstand in Vcncdig ist gcfährdct; cs handelt sich darum, ob Deutsch­land ihm zu Hilfe komme» soll. Dafür uud dawider lasse» sich viclc erhcblichc Gründc anführen; vollkommen leer und nichtig ist aber dcr Grund, den das Mani­fest anfuhrt. Es heißt- wir Deutsche dürfcn nichts herausgcbcn, was wir einmal habc»! wir habcu Vcncdig, also dürfcn wir cs nicht herausgeben. — Wir habcn Vcncdig nicht! — Die Herrschaft Oestreichs über Venedig hat für uns keinen an­dern Nutzen gehabt, als daß der deutsche Name dcn Italienern, cincm Volk, mit dem wir alle Ursache haben gut zu stchcu, verhaßt und verachtet ist; keinen andern Nutzen« als daß wir dadurch fortwährend in Kricgsgcfahr stchc». Wir yaben nicht den mindesten Einfluß auf das östreichische Cabinct, und wir können ihn niemals haben, solange dic östreichische Monarchie bcstcht; im Gcgcnthcil hat diese Monarchie lange Zeit hindurch aus uns mit cbcnsv schwerem Druck gelastet, wie auf den Ita­lienern, und wir haben denselben Grund wie die Jtalicner, zu wünschcn, daß dicscr Druck aufhört. Wenn wir dcm Hause Oestreich zu Hilsc kommen, so kann das nur in der Form freier BundcSgcuvsscuschaft gcschchcu, d. h. für dic Erreichung unserer eigenen Zwcckc, nicht aber um eine Provinz zu behalten, dic wir gar nicht haben. Wenn der Umstand, daß ein deutsches Haus in einem fremden Lande regiert, dieses Land zu unserem Eigenthum machcn soll, so wäre allerdings nicht blos die östreichische Monarchie, sondern auch Dänemark, die Niederlande, ja Rußland unser Eigenthum, so wäre vor cincm Menschenalter auch England unser Eigenthum ge­wesen. In der Einbildung wärcn wir dann freilich recht reiche Herren! und der großdcutschcn Phantasie ist nichts unmöglich.