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Die Krisis in den Vereinigten Staaten. 1.
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grade neu zu erwählende Präsident sich aussprechen müßte. Die Gegner der Sklaverei im Norden und Westen zersplitterten sich auch hier wieder, konnten ihre kleinen Nancunen der großen Hauptsache nicht unterordnen und wichen Schritt für Schritt zurück, bis sie das Feld ganz den Demokraten, d. h. der Sklavenhalterpartei, überlassen mußten. Diese setzten denn auch im Herbste 1844 die Wahl von Polk aus Tennessee zum Präsidenten durch, der sich durch die bloße Annahme seiner Wahl zur Durchführung aller Pläne seiner Wäh­ler verpflichtete und ihren weitgehenden Anforderungen entsprach, so lange es sich um Ausdehnung der Sklaverei handelte.

Schon am ersten Mai 1854, drei Tage vor dem Rücktritte Tylers. wurde vom Congresse der Beschluß gefaßt: Texas den Vereinigten Staaten einzuver­leiben. Das Haus entschied sich mit 118 gegen 101 Stimmen dafür und auch der Senat stimmte ihm bei. So wurde Texas ein Staat der Union und be­reitete durch seine möglichst unbestimmten Grenzen den mexikanischen Krieg vor. Selten ist wohl ein ungerechterer Krieg von einem mächtigen Nachbar begonnen worden. Es war die Wiederholung jener Praxis aus den Zeiten der Völkerwanderung, wo der bloße Wunsch ein schönes Land zu besitzen, und die erforderliche Macht, diesen Wunsch zu verwirklichen, die Herrschaft über große Gebiete verlieh. Als der Krieg bereits so weit fortgeschritten war, daß seine Beendigung durch die Vereinigten Staaten keinem Zweifel mehr unterlag, verlangte Polk vom Kongreß die Bewilligung von drei Millionen Dollar und versprach dafür: die mexicanische Regierung zur Abtretung großer Ländermassen zu zwingen.

Der Friede zu Basel.

Geschichte der Revolutionszeit von 1789 bis 1795. Von Heinrich von Sybel. 3 Bd., Düsseldorf. Buddcus.

Selten ist eine Nachricht im deutschen Publikum mit so ungctheiltcr Freude aufgenommen, als diejenige, daß Sybel sein Werk, nachdem er es in dem vorher bestimmten Umfang vollendet, bis auf einen wcitcrn Zeitraum fortzuführen gedenkt. Auch die politischen Gegner des Verfassers erkennen einstimmig an, daß seine For- schungen Niemand umgehn darf dem es um Wahrheit und um reale politische Kennt­niß zu thun ist. Wir hoffen, daß auch die jetzt festgcstcckte Grenze nur eine vorläufige