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soll wieder und immer wieder aussprechen, was weitverbreitete Ueberzeugung ist und hier in kurze Sätze zusammengefaßt wird:
Die politische Partei in Italien, welche in der nächsten Zukunft das relativ größte Recht hat, sich durchzusetzen, ist die Partei Garibaldis. Welches auch ihr Ursprung und ihre gesetzliche Berechtigung sein mag, sie gibt den Italienern das Höchste, was ein Volk besitzen kann, die Fähigkeit, für die große Idee des Staates sich selbst zu opfern. Weder die vertriebenen Regenten noch die unzufriedenen Localpatrioten von Mailand und Florenz besitzen diese bildende und treibende Kraft, welche ein Volk heraufbringt, weil sie den Egoismus der Einzelnen einem großen Zweck unterordnet. Dazu kommt, daß diese Partei, in Opposition zugleich gegen französische Ucbergriffe, gegen Oestreich und den Papismus auch dem Bewußtsein unseres Volkes am nächsten steht. Die Politik Preußens soll nicht vorzugsweise durch gemüthliche Stimmungen in ihrem Handeln bestimmt werden. Unsere Staatsmänner mögen den vertriebenen Souveränen Italiens ein herzliches Bedauern widmen, soweit diese erlauchten Herren und Frauen ein solches verdienen; für ihre Legitimität dürfen wir nicht eine Hand ausheben. Denn es ist unserm Staate nützlich, wenn die politische Schwäche und Zerrissenheit Italiens, welche dasselbe zu einem Spielball fremder Einflüsse machte, schnell und gründlich beendigt wird.
Ferner: ein freies einheitlich organisirtes Italien unter der Herrschaft des Hauses Savoyen ist in Zukunft der sich erste Alli irre Preußens und Deutschlands. — Eine kraftige nationale Entwicklung Italiens hat in Kaiser Napoleon und seinem Frankreich einen stärkern Gegner, als in Oestreich. Und der Kaiser hat dafür gesorgt, sich zu den Patrioten Italiens in unversöhnbaren Gegensatz zu bringen. Die Wunde Savoyen und Nizza wird schmerzen, so lange die abgerissenen Provinzen nicht zurückgewonnen sind. Je mehr Erfolg und Sieg das nationale Bewußtsein Italiens emporhebt, desto bitterer wird das Gefühl der Demüthigung werden, daß man die Hilfe des Nachbarn durch ein solches Opfer erkaufen mußte. Ob Garibaldi selbst siege oder untergehe, in dem jungen Geschlecht, welches unter ihm Disciplin und Verachtung des Todes erlernt, in allen Politikern, welche fortan der Nationalsache in Italien dienen, wird diese Empfindung von Frankreich abziehen, sobald die Möglichkeit einer neuen Allianz sich aufthut. Nicht weniger treiben zu vorsichtigem Gegensatz gegen Frankreich die dauernden Interessen des Volkes, Handel und Industrie, der Antheil am Mittelmeer.
Und endlich: die Herrschaft Oestreichs über Venetien liegt nicht so sehr in deutschem Interesse, daß wir das Recht hätten, sie mit unserm Geld und Blut zu erhalten. Die sogenannten militärischen Gesichtspunkte sind ein Axiom, welches aus dem Mittelalter überkam-