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irgend eine Verpflichtung einzugehn, oder eine Phrase für eine Leistung anzunehmen. Denn man war sich vollkommen klar, daß auch der gute Wille Oestreichs zunächst nicht viel mehr leisten könne, als ein Paar Blätter beschriebenes Papier, wie sie in der letzten Zeit ebenso zahlreich als fruchtlos aus der Hofburg in die Provinzen geflattert sind. So schadhaft ist dort das alte Räderwerk der Verwaltung, so zahlreich sind die hindernden Einflüsse, welche sich der Ausführung auch guter Intentionen entgegensetzen, daß der augenblickliche reale Erfolg der preußischen Einwirkung sicher sehr unbedeutend sein wird. Demungeachtet haben diese Forderungen Preußens und das Eingchn Oestreichs darauf keine geringe Bedeutung, und es lohnt, einen Augenblick dabei zu verweilen. Wie milde und hochsinnig die Form war, in welcher Preußen seine Wünsche der östreichischen Negierung insinuirte, der Moment drückte doch unzweifelhaft das Verhältniß aus, in welchem beide Staaten jetzt zu einander stehn. Der eine, ein Verfassungsstaat, fest in sich selbst ruhend und deshalb schon in die Machtsphäre des andern übergreifend, der andere Hilfe suchend und in der Lage, fremde Einwirkung ans seine innern Angelegenheiten tragen zu müssen. Von diesem Standpunkt aus durften die preußischen Staatsmänner allerdings die Tage von Tcplitz als scharfen Gegensatz zu dem Tage von Laxen- burg betrachten. Aber dies Selbstgefühl hat nur Berechtigung, wenn die erfreuliche Situation als Stufe betrachtet wird zn weiterem entschlossenen Borge hn und zu fester Benutzung der errungenen Erfolge. Der Prinzregcnt von Preußen hat in Teplitz das Recht erworben, sich als Schützer der Protestanten von Oestreich zu betrachten. Diese Stellung kann die höchste und aussichtsvollste werden, welche jemals ein preußischer Regent gewonnen hat, sie kann entscheidend werden für die ganze Zukunft unsers Vaterlandes, wenn sie mit. der Ehrlichkeit uud Rücksicht geltend gemacht wird, welche unser Jahrhundert verlangt, zugleich aber mit der Energie, welche Karl der Zwölfte von Schweden in ähnlicher Stellung bewies, und mit größerer politischer Klugheit als diesem Monarchen zu Gebote stand. Auch hier kommt es daraus an, ob die preußische Regierung sich der möglichen Eventualitäten bewußt ist, uud ob sie den Muth hat, für Großes fest uud weise zu handeln.
In Wahrheit aber liegt die Unterstützung, welche der östreichischen Regierung für gewisse Fälle als möglich gezeigt wurde, nicht allein im Interesse Oestreichs, sondern ebenso sehr im höchsten Interesse Preußens und Europas. Es ist durchaus unerträglich und jede Rücksicht auf Selbsterhaltuug zwingt zu verhindern, daß Frankreich noch einmal durch Verträge mit Piemont sich vergrößere. Da der Staat, welcher die nächste Verpflichtung gehabt hätte, sich solcher Vergrößerung entgegenzustellen, da England in dem entscheidenden Momente so gut wie nichts dagegen gethan hat, und da durchaus zweifelhaft ist, wie das Ministerium Palmerflou weitere Fortschritte seines alliirten Gegners