Beitrag 
Der Gustav-Adolf-Verein.
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

jj»s >s

'1s>s<4

Der Gustav-Adolf-Verein.

Der Gustav-Adolf-Verein, oder wie er sich selbst ofsiciell nennt: der evangelische Verein der Gustav-Adolf-Stiftung, obwol seit mehreren Jahren hin und wieder in öffentlichen Blättern eine Notiz von ihm zu lesen gewesen ist, hat doch dadurch noch so wenig eine seiner Bedeutung entsprechende Wür­digung erfahren, daß es als Pflicht erscheinen muß, die allgemeine Erkenntniß und Anerkennung dieser Bedeutung ermitteln zu helfen.

Wenn man sagt, in der Existenz und Wirksamkeit dieses Vereins, in dem sich darin offenbarenden Geiste müsse eine der kräftigsten und erfreulichsten Lebensäußerungen der evangelischen Kirche erkannt werden, von welchen seit der Zeit ihrer ersten Entwicklung die Geschichte zu berichten hat, ja es möchte leicht insofern die bedeutsamste sein, als darin zum erstenmale ein klares und lebendiges Bewußtsein wirklicher innerer Zusammengehörigkeit der verschiedenen Zweige der evangelischen Kirche an das Licht getreten sei: so kann das viel­leicht Manchem sehr viel gesagt zu sein scheinen; daß indeß damit nicht zu viel gesagt sei, davon wird man sich wol überzeugen, wenn man die Erschei­nung etwas genauer ins Auge fassen will; ja selbst was alles dagegen gesagt worden ist und noch fortfährt gesagt zu werden, wird nur zur Anerkennung der Richtigkeit unserer Behauptung führen, wie denn wirklich bis jetzt alle gegen diesen Verein gerichteten Angriffe nur zu dessen Förderung haben gereichen müssen.

So schwer es nun auch ist, eine Darstellung der Entstehung und Ent­wicklung des Vereins, aus welcher doch allein eine richtige Vorstellung von seinem Wesen und Zweck, seiner Wirksamkeit und Bedeutung zu gewinnen ist, in der Kürze zu geben, welche der Umfang eines Artikels, wie der hier beab­sichtigte, gebietet: so muß es doch versucht werden; und wenn dadurch nur dieses erreicht werden sollle. daß man sich veranlaßt findet, der Sache die ge­bührende Aufmerksamkeit zuzuwenden und einen Blick in die schon sehr reiche, Grenzboten III. 1860, 6