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Das Leipziger Gewandhaus im Winter 1859-60. 1.
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bloßen Schmuck auf dem genialen Haupte trug, hat ein modernes, selbstgefällig uns anlächelndes Fingermännchen sich darunter gesteckt.

Möchte man hier in Zukunft doch Einschränkungen vornehmen, verbannen oder durch besseres ersetzen, soweit irgend thunlich, wenigstens Ueberfluthung vermeiden. Im 7, Concert spielte Clara Schumann, und gab am Dienstag darauf eine Abendunterhaltung (meist Klaviermusik); nichts destoweniger wurden wir im unmittelbar folgenden 8. Concert durch lange Klaviervorträge des Herrn Mortier de Fontaine regalirt. Nach Neujahr hatten wir mit Unter­brechung durch einen einzigen Abend in acht aufeinanderfolgenden Concerten Vorträge einzelner Künstler (den Sologesang ausgeschlossen) und zwar im 1!. Concert zweimal Clavier, im 13. Violoncell. im 14. Clavier, im 15. und 16. Violine (jedesmal zwei lange Stücke) im 17. Clavier (zweimal) im 18. Vio­line (zweimal) endlich im 19. Klarinette. Dazu seist in jedem Concert (seit Neujahr nur mit zwei Ausnahmen) Sologesang (13 Arien, 13 Lieder und ein Duett); wogegen sich weniger sagen ließe, wenn wir dieselben Repertoirstücke nicht fast alljährlich wieder hören müßten. Ohne Frage hängt das Auftreten der Solospieler und Sänger im einen oder andern Falle von schwer voraus­zusehenden Zufälligkeiten ab; aber sollte eine derartige schnelle Folge gleich­artiger Jnstrumentalsoli nicht zu umgehen oder eine feste Anordnung durch Engagement vorher nicht zu treffen sein, so möge man wenigstens die Zu­gabe von Salon- oder reinen Virtuosenflücken serner nicht als Regel fest­halten, sondern höchstens einmal als Ausnahme gelten lassen, und wenn es geschieht die Auswahl der Stücke sorgfältiger überwachen. Ueber einzelne neue Compositionen, Vorträge im Solospiel und Gesang im nächsten Blatt.

Galatz.

Schilderungen aus einem längeren Aufenthalt. Gott ist groß und Galatz ist eine Stadt! Und zwar eine große Stadt, eine mächtige Stadt, eine schöne Stadt, sagt derjenige, welcher in ihr gute Geschäfte gemacht hat und nie mehr zurückzukehren gedenkt. Wer sie einmal gesehn hat, vergißt sie so leicht nicht wieder, wer wochenlang in ihr zuge­bracht hat. wie ich. der darf dem zukünftigen Leben viel freudiger entgegen­gehn, wie ein Andrer; denn dies muß ihm angerechnet werden, wenn es Gerechtigkeit gibt!

Durch das Gewühl Hände ausstreckender, ölig duftender, lumpenbehangener