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Ein Wort über die Schillerstiftung.
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geradezu dc m oralifirenden Einfluß aus, den eine jährlich wiederkehrende Bewer­bung haben muß!

Wenn man nicht ein Mittel findet, dem' zu begegnen. Es gibt nur eins: Öffentlichkeit, v.olle, unbedingte Öffentlichkeit!Die Oeffmtlicb- keit schließt nicht jeden Mißbrauch aus; sie verhindert aber den periodischen Skandal und die Korruption.

Man wendet ein: es werde das Ehrgefühl verletzen, als Stipendiat der Schillcr- stiftung dem Publikum bekannt zu werden. Im Gegentheil. Ein Almosen zu em­pfangen, auch wenn man in bedrängter, unverschuldeter Lage sich findet, ist dem Edelu immer peinlich; aber einen Ehrcnsvld anzunehmen, im Numen der Nation ertheilt, von der allgemeinen Stimme der Nation gebilligt wir dächten, das könnte mau sich wenigstens ebensogut gefallen lassen, als das Jahrgehalt eines Fürsten!

Nur sorge man dafür, daß es wirklich eine Nationalangclegcnhcit werde, nicht eine lichtscheue Einwirkung von Coterien. Das erste freilich noch nicht das letzte was dazu gehört, ist unbedingte Oeffentlichkeit. I. S.

Palermo.

Wir entnehmen die nachstehende Schilderung der jetzt in den Vordergrund der Ereignisse getretenen Hauptstadt Siciliens dem von uns bereits angezeigten trefflichen Buche Otto Spcyers:Bilder italienischen Landes und Lebens" (2 Bd.. Berlin, E. S. Mittler und Sohn.)

Wer, wie wir, an einem sonnigen Junimorgcn zum ersten Male die Straßen der sicilianischen Hauptstadt betritt, während der frische Hauch des Seewindes die leichten Wellen des Meerbusens kräuselt, und die weißen Wölkchen über den tiefblauen Himmel treibend, zugleich die Hitze des südlichen Sommertages mäßigt; wer zum ersten Male das lustige, sorglose Treiben der bunten Straßen sieht, in dem sogar die fernen Felsgcbirge, die dort zum Westthor hereinschauen, ihre ernste strenge Miene zu mildern scheinen; wer die leuchtenden, mit den fremdartigen Gestalten tro­pischer Gewächse geschmückten Gärten und das dunkle massive Grün der Orangen- Haine, aus denen zahllos die goldenen Früchtt schimmern, zum ersten Male erblickt: der wird leicht inue, weshalb schon die Alten so entzückt von diesem Erdenflcckchcn reden, weshalb Diodor, Herodot u. A. es den großen Garten, das glückliche Gestade, den entzückendsten Ort nennen und weshalb die Stadt .vor ihren italienischen Schwe­stern den Beinamen der glücklichen (?alörmo kslies) erhalten hat.

Freilich, glücklich ist eine Bezeichnung, mit der die Menschen leicht bei der Hand sind. Wenn eine unvergleichlich malerische Lage, wenn eine bcneidenswcrthe Milde des Klimas, wenn endlich ein bis zur Ueppigkeit fruchtbarer Boden eine Stadt glück­lich machen können, so ist es Palermo. Aber die Geschichte lehrt uns, daß diejenigen Städte und Länder meist die unglücklichsten waren, welche den Eroberer und den Beutelustigen am meisten reizten. So mochte es kommen, daß Palermo, um dessen Besitz Sicilier, Griechen, Carthagcr und Römer abwechselnd stritten, es im Alterthume nicht zu einer bedeutenden Entfaltung von Macht und Reichthum bringen konnte.