500
Bilder nus Marokko.
2.
Im vorigen Abschnitt haben wir nur solche marokkanische Küstenstädtc beschrieben, die man wegen ihrer Entfernung von den drei Hauptstädten des Reiches als excentrische bezeichnen kann. Jetzt wenden wir uns zu denen, welche den Residenzen des Sultans näher liegen uud deshalb als Ein- und Ausfuhrhäfen für dieselben dienen, eine Eigenschaft, die ihnen trotz ihrer weiteren Entfernung von den Stätten europäischer Cultur eine größere politische und cvmmerzielle Wichtigkeit verleiht, als Tetuan, Tanger und Larasch sie besitzen.
22 Lieues südlich von Larasch gelangt man an die Mündnng des Sebu, eineS breiten und wasserreichen Stromes, der aus den Gebirgen östlich von Feß kommt. Hier stand in der Zeit, als die Portugiesen in diesen Gegenden Besitzungen hatten, die Stadt Mcnnora oder Mehedia mit einem große»» wohlgeschützten Hafen, der Tiefe genug hatte, um die größten Schisse aufzunehmen. Die Stadt ist jetzt eine weite fast ganz verlassene Ruine, dcr Hafen versandet. Das Phlegma dcr Mauren hat gelassen zugesehen, wie sich im Laus der Jahrzehnte Sand uud Schlamm im Fahrwasser des prächtigen Beckens häuften, so daß jetzt die Einfahrt durch eine Barre geschlosseu ist, u»d das ganze Becken sich in einen seichten Landsce verwandelt hat, der nur zur Zeit der Fluth mit dem Meer in Verbindung steht. Ucberdics ist dem Platz von der Regierung aller Handel nnd alle Schiffsahrt verboten, man wollte die verhaßten Europäer uicht in der Nähe dcr Hauptstädte sehen. Die Stadt Mamora, deren Reste noch vorhanden sind, stand in dem Winkel, den der Fluß bei seiner Müudung in das alte Hafenbecken bildet, und dehnte sich am Fuß einer beträchtlichen, auf dem Gipfel mit Wald bekränzten Höhe ans. Die noch ziemlich gut erhaltene Stadtmauer läuft etwa zweitausend Schritt am User des Sebu hin. Sie wurde einst von den Wellen der Fluth bespült- An ihrem Ende erblickt man ein rundes Fort, das, wie die Zahl und Lage seiner Schießscharten zeigt, mit dreißig Geschützen den Hafen bestrick). Nach der Landseite hin zieht sich eine sehr starke, jetzt zum Theil zusammengestürzte Mauer hin. Ueber der Stadt erhebt sich eine noch gut erhaltene Citadelle, die eine Besatzung von einigen hundert schwarzen Soldaten hat, welche indeß nur die Aufgabe haben, zu wacheu, daß kein Schmugglerschiff sich nähert und überhaupt kein Handelssahrzeug seine Ladung landet. Das Land ist in der Nachbarschaft schön und fruchtbar. Im Süden streckt sich der prächtige Wald von Belut hin. Mamora ist nur 25 Lieues von Mequinez entfernt, das