Beitrag 
Militärische Tagesfragen. 5. : Das niederrheinische Kriegstheater : a. Uebersicht der natürlichen Beschaffenheit.
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

188

sich die Ardennen aus, welche theils mit ihren nördlichen hügeligen Ausläufern das südliche Belgien bis zu der obengenannten Grenzlinie erfüllen, theils sich südwärts in Nordfrankreich hinein, theils westwärts gegen das Meer ver­zweigen. Nordostwärts der Ardennen zwischen Maas und Mosel, Ourthe und Sure, dem Rhein und den Quellen der Roer und Erst liegen die Eifel und die hohe Vecn; zwischen der Mosel und der Nahe der Hundsrück, zwischen der Nahe und dem linken Rheinufer oberhalb der Mainmündung die letzten Ausläufer der Vogesen.

Dieses ganze Höhenland ist von geringer Erhebung, seine Bildung bald gruppen-, bald mehr kettenförmig. Seine höchsten Punkte liegen! wenig über 2000 Fuß über dem Meer. Nichts desto weniger bietet es der Bewegung nicht geringe Schwierigkeiten. In den höhern Gegenden ist es schwach an­gebaut, oft stark bewaldet, moorig und sumpfig, dabei von vielen Bächen und Flüssen zerrissen, die meist auf sumpfigem Boden entspringen, sich dann aber in felsige schmale Betten tief einwühlen und diese Beschaffenheit behalten, bis sie sich im Niederland in größerer Breite entfalten.

Von den Nebenflüssen des Rheins nennen wir hier die durchschnittlich 100 Fuß breite, zwischen 212 Fuß tiefe Nahe, die Mosel, welche auf den Vogesen entspringt, von 100600 Fuß breit ist, und nachdem sie bei Trier die Saar von rechts, die Sure von links aufgenommen hat, bei Koblenz mündet, und die Maas, insofern man diese als einen Nebenfluß des Rheins gelten lassen will. Sie entspringt auf dem Plateau von Langres und erreicht in ihrem untern Laus eine Breite von 1000 bis zu 2000 Fuß. Rechts nimmt sie den Chiers, die Semoy, die Ourthe. die Roer auf, Flüßchen von 100- 200 Fuß Breite, nicht schiffbar, mit Ausnahme der Ourthe; links fließen ihr die Sambre und die Dommel zu.

Die Scheide, welche auf den Ardennen entspringt, im obern Lauf 200, im untern bis 1600 Fuß breit ist. tritt in der Gegend von Gent aus dem Hügelland ins Tiefland, begrenzt nun dasselbe, sich ostwärts wendend, eine Strecke weit im Norden, fließt dann wieder anfangs nördlich, wendet sich unterhalb Antwerpen nordwestlich und theilt sich zugleich in die beiden Arme der Ooster und Wester Scheide, welche ihre Gewässer dem Meer zuführen, Sie nimmt rechts die Haine, die Dender und die in ihrem untern Lause sehr bedeutende Nupel, links die Scarpe und Lys aus.

Von den französischen Flüssen auf dem südwestlichen Theil des Kriegs­theaters erwähnen wir die Somme, welche unterhalb Abbeville in den Kanal fällt und die rechten Nebenflüsse der Seine, nämlich die Aube, die Marne, die Oise mit der Aisne.

Zieht man auf dem rechten Ufer des Rheins eine bogenförmige Linie, welche durch die Orte Mainz. Fulda. Eisenach, Nordhausen, Hannver, Osnabrück be-