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kommt, Schlosser, Schillers Versuche in ihrer culturhistorischen Bedeutung, Er habe sich der Geschichte bedient, „um die ganz verflachten Ansichten des bürgerlichen Lebens zu veredeln, Sinn für Ausopferung für die größten Wohlthaten des Lebens, für Freiheit und Religion, zu wecken, und eine poetische Betrachtung realer Verhältnisse der prosaischen Auffassung der deutschen Reichsgeschichten entgegenzusetzen. Von den historischen Werken jener Zeit war das Ausgezeichnete nur den Gelehrten zugänglich, das Andere weder durch Darstellung noch durch Inhalt anregend. Es war daher eine Wohlthat für die Literatur, wenn ein großer dichterischer Geist die Geschichte des höchst prosaischen deutschen Lebens mit echter Poesie durchflocht."
Ein Kloster bei Genua.
Durch Sardinien. Bilder von Festland und Inseln von Alsred Meißner. Leipzig, F. L. Herbig. —
Der liebenswürdige Dichter schildert in kurzen, höchst anmuthigen Skizzen diese im Ganzen noch wenig bereisten Landstriche, die durch die Zeitereignisse ein so gesteigertes Interesse erhalten. Als Ergänzung zu deu florentiner Bildern des vorigen Hefts theilen wir aus diesem neuen Buch ein genuesisches mit. — Kaum in Genua angekommen, machen die Reisenden eine originelle Bekanntschaft.
Es war ein französischer Geistlicher, ein Mann zwischen vierzig und fünfzig Jahren, im langen schwarzen Gewand und mit dem Schaufelhut italienischer Pfaffen, der, als wir eben im Begriff waren, uns von Staub und Kohlenasche reinzuwaschen, wie eine Bombe in unser Zimmer siel, uns, ehe wir es uns versahen,-bei den Händen gefaßt hatte, und nun, ohne sich durch unser Negligö stören zu lassen, uns mit einer wilden, exstatischen Heiterkeit also anredete:
„Erlauben Sie, meine lieben Freunde, daß ich als ihr Zimmernachbar Sie begrüße. Sie sind doch keine Engländer, Russen oder Amerikaner?" „Wir sind Deutsche."
„Aus welchem Theile Deutschlands, wen» ich fragen darf?" „Wir kommen aus Böhmen."
Grenzboten II. 13S9. 64