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In Preßangelegenheiten.
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auflegen könnten, so würde dieser gesetzlichen Bestimmung damit eine Ausdehnung gegeben werden, welche nicht im Sinn des Gesetzgebers gelegen haben kann und zu bedenklichen Conscqucnzen sichren müßte."

Die sächsische Presse muß uns Dank wissen, zu dieser authentischen Inter­pretation des Gesetzes Veranlassung gegeben zu haben. Möchte das Ministerium nur darauf denken, dem Gesetz das auch uns in der That nicht ganz klar er­scheint eine bestimmtere Fassung zu geben; denn auch dem Ministerium kann es weder angenehm noch förderlich sein, als literarischc Behörde über Kritik und Anti­kritik zu Gericht zu fitzen, und von Amtswcgcn lange Romane durchzulcscn, um zu erkennen, ob der Thatbestand vom Recensenten genau oder ungenau angegeben ist.

Im Ucbrigen war unsere Absicht, nach Feststellung des Princips dem Wunsch des Hrn. Dr. Gutzkow zu entsprechen i 1) seine Berichtigung unverkürzt abdrucken zu lassen (nicht blos das Factischc, daß Lucindc nicht aus einem Bier-, sondern nus einem Wasser glase Champagner trinkt, daß die erzbischöflichc Stadt, wo sie zuerst hingeht, nicht Köln ist, sondern eine andere u. s. w.); 2) ebenso die ange­fochtenen Stellen seines Buchs wörtlich, um den Leser selbst urtheilen zu lassen, ob unsere Farbe zu stark war; 3) die Actcnstückc; 4) unsern Commcntar dazu; 5) eine Erörterung der Reclamenfabrik in Dresden mit ihren Filialen in Leipzig, Brcslau u. f. w. Wir nehmen in diesem Augenblick wo, aufrichtig gesagt, unsere Stimmung für dergleichen zu ernst ist so lange damit Anstand, bis Hr. Dr. Gutzkow uns durch eine neue Provocation veranlaßt, uns dennoch diesem unbe­quemen aber lehrreichen Geschäft zu unterzieh». Eine weitere Besprechung seines Romans erfolgt nach Vollendung desselben.

Bon der preußischen Grenze.

In dem wilden Drama, das sich leider nur in zu gefahrdrohender Nähe vor unsern Augen entwickelt, brachte die letzte Woche die wunderbarsten Ucberraschun- gcn. Abreise des Erzherzog Albrecht von Berlin, nachdem die Presse die Erziclung eines vollständigen Einverständnisses zwischen Oestreich und Preußen triumphircnd gemeldet; unmittelbar darauf Antrag Preußens beim deutschen Bund auf Kriegs­bereitschaft einstimmig angenommen; gleichzeitig Anzeige eines neuen, von England ausgehenden Vermittlungsversuchs, der Vorschlag einer aus militärischen Bevollmächtigten, der füns Großmächtc und Sardiniens zusammengesetzten Commission, die allgemeine gleich­zeitige Entwaffnung zu überwachen; unmittelbar darauf heitere, srühlingsgleichc, mit Blu­men geschmückte Festausgabe des Monitcur: alle Schwierigkeiten seien gehoben, und man warte nur auf den angemessenen Ort, sich brüderlich in die Arme zu sinken; infolge dessen Zweifel in Berlin, ob man den Antrag auf Bewaffnung nicht zurücknehmen solle (der unter diesen Umständen den Unkundigen allerdings sehr dcplacirt erscheinen mußte); gleich daraus telegraphische Depesche aus Wien: Kricgsmanifcst der Wiener

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