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Die Kaulbachschen Illustrationen zu Shakespeare.
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sind elegant, kalt und geleckt, er gibt niemals wieder wie eine Sache erscheint, sondern er gibt nur den Organismus derselben. Daher das unerträglich Ein­förmige und Langweilige in der Behandlung. Seine Zeichnungen sehen bei weitem am geistreichsten und lebendigsten aus, wenn sie blos ganz leicht skizzirt sind, und werden immer glatter und lebloser, je mehr er sie ausführt, so daß sie zuletzt, wenn das Gemälde fertig ist, eigentlich am wenigsten gut, 'und fast ganz an dem Punkte angelangt sind, an dem die Zopfmalcr, Goethes Freund der selige Oeser voran, aufgehört haben. Sie sind fast ebenso todt und schemenhast wie diese, zeichnen sich ebenso durch die totale Abwesenheit alles Germanisch-Individuellen aus, so daß ich keine unnationalcre Kunst wüßte als dieses moderne Griechcnthum, das alle wahren und echten Empfindungen, deren Darstellung immer nur auf dem nationalen Boden gedeihen kann, in eine duftende und u,nwahre, osficielle Hofknnst aufzulösen droht, wie es der weiland Zopf grade auch so trieb. Es ist um so nöthiger, dieser Richtung mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, als Kaulbach, wie wir hören, sich eben jetzt daran gemacht hat, unsern größten nationalen Dichter Goethe aus dieselbe Weise zu mißhandeln.

Neue geographische und Reiseliteratur.

Das Mittclmeer. Eine Darstellung seiner physischen Geographie nebst an­dern geographischen, historischen und nautischen Untersuchungen. Von Dr. C. Nöti­ger. 1. Lieferung. Leipzig, Gustav Mayer. 1858.

Unter den Meeren der Erde beansprucht das Mittelmeer mehr wie irgend ein anderes das Interesse aller Gebildeten. Wie Europa trotz seiner Kleinheit im Ver­gleich mit andern Welttheilcn das wichtigste Land der Geschichte geworden ist, so das Mittelmecr trotz seiner verhältnißmäßigen Enge der Ausgangspunkt der be­deutungsvollsten Begebenheiten. Es nimmt die Mitte zwischen den drei großen Land- vesten der alten Geographie ein, und es war und ist das Meer der mannigfachsten Vermittlung. Es vermittelt klimatisch die in den Wüsten Asiens und Afrikas sich sammelnde Glut mit der Kälte des europäischen Nordens. Es steht mit der Pflan­zen- und Thierwclt seiner Inseln und Küsten in der Mitte zwischen der tropischen und der arktischen Zone. Es vermittelt in der Geschichte den Uebergang der ältesten, blos potamischen Culturcntwicklung in den Reichen am Tigris, Euphrat und Nil mit der oceanischen der neuen Zeit. An ihm erblühte das griechische Leben, an ihm bildete sich das römische Weltreich zur Amphiktyonie aller alten Völker, an ihm berührten sich die romanischen, germanischen und semitischen Stämme, die edelsten Zweige der kaukasischen Race, unsere gesammte religiöse und künstlerische Bildung hat an seinen Gestaden ihre Wurzeln. Die Bedeutung dieses Meeres nach ihren verschiedenen Beziehungen zu prüfen, dasselbe in seiner physischen und historischen Lebendigkeit zu schildern, ist somit unzweifelhaft eine schöne und lohnende Aufgabe, und wir glauben, nach dem, was der Verfasser in ähnlichen Dingen bereits geleistet, so wie nach der Weise, in der er seinen Gegenstand in dieser ersten Lieferung be­handelt, daß diese Ausgabe hier auch in den rechten Händen ist. Derselbe betrachtet jn den uns vorliegenden ersten Abschnitten mit Benutzung von Admiral Smyths