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Bilder aus der deutschen Vergangenheit : deutsche Fürsten auf dem Reichstage : 1547.
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frieden geben, sie würden am nächsten Tage sicher bezahlt werden. Sie aber wollten nicht abziehn, wenn sie nicht versichert würden, daß sie ungestraft bleiben sollten, weil sie dein Kaiser vor sein Logis gerückt wären. Das ver­sprach ihnen der Kaiser, so zogen sie ab, wurden den nächsten Tag bezahlt und entlassen. Aber was geschah? Es wurden einige Späher abgefertigt, die soll­ten sich unvermerkt zu den Führern der Fähnlein ein, zwei, drei Tagereisen gesellen und hören, ob diese auch der Kais. Majestät ungünstig oder spöttisch gedenken würden; wenn das geschehe, sollten sie sich Beistand nehmen und die Männer gefangen zu Augsburg wieder einbringen. Am andern oder dritten Abend im Wirthshaus thaten die Landsknechte einen fröhlichen Trunk, denn sie hatten Geld im Säckel und vermeinten, sie wären jetzt sicher, wie in Priester Johanns Land, und glaubten nicht, daß sie ihren Berräther bei sich sitzen hätten, da gedachten sie der Kais. Majestät in solcher Weise:O weh, ja! das sollte man Karl von Gent erlauben, Kriegslcute annehmen und sie nicht bezahlen!" Sie schworen dem Kaiser St. Veltins Krankheit an den Hals*) und: wir wolltens ihm schon gelehrt und auf den Kopf gegeben haben, Gotts Ele­ment sollte ihn geschändet haben." Auf solche Worte ^wurden sie ergriffen, wieder zurück nach Augsburg geführt, am Verlach an den Galgen gehenkt und einem jeden ein kleines Fahnlein in den Latz gesteckt.

Ein russischer Stmitsmalm.

Des Grafen I. I. Sicvcrs Denkwürdigkeiten zur Geschichte Nußlands von K. L. Blum. Bd. 1. 2. ö. Leipzig, Winter.

Das Buch gehört zu den interessantesten, die uus in der neuesten Zeit vorgekommen sind, und ist namentlich im dntten Band für die Geschichte eine wichtige Quelle. Auch aus den beiden ersten Bänden lernt man sehr viel über den innern Mechanismus jenes kolossalen Reichs, dessen Stärke doch hauptsächlich auf der Schwäche und Kläglichkeit seiner Nachbarn beruhte, aber hier bleiben in den Papieren, die dem Herausgeber vorlagen, viele Lücken, die er selbst auszufüllen nicht im Stande war, und die nur eine detaillirte Kenntniß der russischen Geschichte vollständig ergänzen könnte. Im dritten Band dagegen stehen wir aus festem historischen Boden. Die Hauptfacta über die Theilung Polens sind hinlänglich bekannt, und es wird uns hier ein über­raschender Blick hinter die Coulissen eröffnet; die einzelnen Betheiligten ge-

") Die schwere Noth, fallende Sucht.