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Bilder aus der deutschen Vergangenheit : die Dörfer und ihre Geistlichen im dreißigjährigen Kriege : 2. Der Pfarrer Martin Bötzinger.
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Bilder aus der deutschen Vergangenheit.

Die Dörfer und ihre Geistlichen im dreißigjährigen Kriege. 2. Der Pfarrer Martin Bötzinger.

Ins Wasser ich auch muht, Da hat ich schleckt- Lust, Mo» warf mich nein gelnmden, Gott Hai mich lvSgcwuudeu, Das! ich uicht^durft ersaufen Bin wuud-rlich entlause».

Ich war ein Exulant, Dort im Thüringer Land Notlebe» mich ernährte, Bis Gott die Pfarr besch-erte Zum Hcuback. nud der Friede tSrfvlgt durch MoitcS Knie.

Hier hab' ich Christi Knecht Die Kirch bestellet recht. Das Wort darin gelehret, Die Bösen abgewehret, Die Sünder abfolviret, Und treulich infornriret.

Aus: Bier ckristli-le Lieber von Martin Bötzinger. (Ilitig^ 8)

Unter den zahlreichen biographischen Aufzeichnungen protestantischer Pfarrer, welche sich aus der Zeit des großen Krieges erhalten haben, ist eine der lehrreichsten djc des Fronten Martin Bötzinger. Sowol das Dorfleben zur Zeit des Krieges, als die Verwilderung der Menschen wird aus seiner. Erzählung zum Erschrecken deutlich. Bötzinger war kein großer Charakter, und die kläglichen Schicksale, welche er zu ertragen hatte, haben ihn nicht stärker gemacht. Ja man wird ihm das Prüdicat eines recht armen Teufels schwerlich versagen. Dabei besaß er aber zw^ei Eigenschaften, welche ihn für uns werthvoll inachen, zuerst eine unzerstörbare Lebenskrast. welche mit nicht ge­ringem Leichtsinn verbunden war, und jenes verzweifelte deutsche Behagen, das auch der trostlosesten Lagej immer noch erträgliche Seiten abzugewinnen weiß. Er war ein Poet. Seine deutschen Verse sind, wie die vorgesetzte Probe zeigt, durchaus schauderhaft, aber sie dienten ihm in der schlechtesten Zeit als zierliche Bettel­briefe, durch welche er sich Mitleiden zu verschaffen suchte. So hat er alle Amtleute und Schösser der Parvchic Heldburg in einem gewissermaßen epischen Poem gefeiert, so die traurigen Verhältnisse von Koburg, wo er eine Zeitlang als Flüchtling verweilte. Außerdem war er schreibselig und hatte die Eigen­schaft, zwar nicht sehr geordnet, aber lebhast und ausführlich zu beschreiben.

Von dem Lebenslanf, den er niederschrieb, waren der Ansang und der letzte Theil schon abgerissen, als ihn im Jahr 1730 Kranß seiner Hildburg­hänsischen Kirchen-, Schuld nnd Landeshistorie einverleibte. Aus diesem

Oft hat mir dcr^Soldcit

Und zoru<ge Croat

Da» Schwert aus Herz gefehlt

Und mich gar sehr zersetzet,

Doch konnt' ich »ock nicht sterben,

Kein Unfall mich verderbe».

Mistlackcn cllich Mab, Wob man, als in ei» F»b Mir i» den Leib znr Stunden, Vier Äcrcls mich fest bunden-, Dock Iou»i' ich noch nicht sterben Rein Unfall mich verderbe».